Am Anfang war die Absicht des Pentagons, die sowjetische Flugabwehr auf dem Gebiet der DDR ein wenig zu prüfen. Ein Aufklärungsflugzeug sollte testen, wie gefechtsbereit die Rote Armee an der innerdeutschen Grenze sei. Die Sowjetführung hatte den Vorsatz rechtzeitig erkannt und schickte einen Abfangjäger des 33. Jagdregiments in den Abwehreinsatz – eine MiG-19, gesteuert von Hauptmann Fjodor Sinowjew.

Der sowjetische Pilot steuert die amerikanische Douglas an, nähert sich der Maschine und setzt mit den beiden 20-mm-Bordkanonen der MiG eine Salve als Warnung ab. Der Spionagejet folgt unbeirrt seinem Kurs. Als weitere Warnung schießt Hauptmann Sinowjew das Magazin seiner Bordkanonen leer: Die Douglas drosselt das Tempo auf 400 km/h, fliegt jedoch weiter Richtung Grenze.

Douglas RB-66A Destroyer im Flug (Archivbild)

Dann erst kommt der zweite Abfangjäger ins Spiel: eine MiG-19 des 35. Jagdregiments. Am Steuerknüppel sitzt Hauptmann Witali Iwannikow. In rund 4000 Metern Höhe und 20 Kilometer von der Grenze entfernt kommt es zum Luftkampf, nachdem Hauptmann Sinowjew die Kampfzone linkswendend verlassen hat.

„Um 16 Uhr 57 […] eröffnete ich auf Befehl gezielt das Feuer, mit ungelenkten Reaktivgeschossen S-5 aus 150 Metern. Den Abgang der Raketen und den Einschlag ins Ziel sichtete ich deutlich, woraufhin es im Bereich des linken Triebwerks rauchte“, notierte Iwannikow später.

Durch Beschuss mit den Bordkanonen sei die Douglas letztlich zum Absturz gebracht worden.

Die drei Piloten der amerikanischen RB-66 konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Der Navigator erlitt dabei Knochenbrüche, während seine beiden Kollegen unverletzt landen konnten.

Vor Verlassen des brennenden Flugzeugs zerstörte die Crew noch wichtige Unterlagen über den Ablauf der Spionagemission. Jedoch konnten Datenfragmente sichergestellt werden. Die Mannschaft wurde samt den Trümmerteilen der Douglas an die Vereinigten Staaten überstellt und die beiden Sowjetpiloten mit Orden geehrt.

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