So ist das Schiff nun nach den neuesten Angaben des Navigationsportals Myshiptracking auf dem Weg nach Maputo in Mosambik. Auch das Navigationsportal Vesselfinder zeigt, wie das Verlegeschiff die Nordspitze der Insel Madagaskar umgeht und sich nach Südwesten in Richtung der Komoren und der Küste Mosambiks bewegt. Zugleich ist bei Vesselfinder immer noch der ägyptische Hafen von Suez als dessen Zielort angegeben, wo es am 25. März erwartet wird. Allerdings liegen zwischen Madagaskar und Suez Tausende von Kilometern – es ist also nicht auszuschließen, dass das Schiff Afrika wahrscheinlich im Süden umschiffen wird.

Die „Akademik Cherskiy“ gehört der Gazprom Flotte, einer Tochterfirma des Konzerns Gazprom, und ist damit das einzige Verlegeschiff in Russland, das die technischen Anforderungen für die Bauarbeiten in den dänischen Gewässern erfüllt. Das Schiff war ins Gespräch gebracht worden, als die Verlegeschiffe der schweizerischen Allseas Group wegen der US-Sanktionen aus dem Projekt ausgestiegen waren.

Noch etwa am 9. Februar hatte die „Akademik Cherskiy“ ihren langfristigen Ankerort, den Hafen von Nachodka im Fernen Osten, verlassen und Kurs auf Singapur genommen, wo es am 22. Februar hätte ankommen sollen. Allerdings hatte das Schiff dann auch sein weiteres Reiseziel – Sri Lanka – passiert. Sowohl die Gazprom Flotte als auch das Hauptquartier von Gazprom halten sich mit Kommentaren zurück und geben damit Raum für Vermutungen und Spekulationen, dass das eigentliche Reiseziel des Schiffes doch die Ostsee sei. Auch die Experten wiesen in Gesprächen mit Sputnik darauf hin, dass die Amerikaner die „Akademik Cherskiy“ genau überwachen würden, um ihren Einsatz in der Ostsee zu verhindern. Für das Schiff wäre in dem Fall ein mögliches Versicherungsverbot in ausländischen Gewässern besonders problematisch.

Von den insgesamt 2460 Kilometern der Pipeline Nord Stream 2 hätte das Schiff im Erfolgsfall nur noch 160 Kilometer in zwei Rohrsträngen zu verlegen. Im russischen Energieministerium geht man zuletzt vom Ende 2020 – Anfang 2021 als Zeitraum für die Fertigstellung des Projekts aus. Zuletzt hatte Sputnik berichtet, dass Kiew – so der Leiter des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, Andrej Kobolew – angeblich mit den USA über den endgültigen Stopp des Pipeline-Projekts verhandele. Auch die deutsche Umwelthilfe wollte noch Anfang März weiter gegen die Nord Stream 2 vorgehen.

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