Die „Alan Kurdi“ hatte am vergangenen Wochenende die Gewässer um die italienische Insel Lampedusa erreicht. Aber Italien erteilte keine Genehmigung, die Menschen zu übernehmen.

Nach Angaben der Organisation lehnte auch Malta die Bitte um Aufnahme ab. Die Mannschaft der „Alan Kurdi“ hatte bei ihrem aktuellen Einsatz insgesamt 133 Menschen aus Schlauch- und Holzbooten aufgenommen. Am Dienstag habe die italienische Küstenwache dann zwei Frauen, einen Mann und fünf Kinder abgeholt.

Laut Gorden Isler, dem Vorsitzenden von Sea-Eye, sei Marseille der ursprüngliche Zielhafen, in dem Sea-Eye das Schiff planmäßig für den nächsten Einsatz vorbereiten wollte. „Wir wissen nicht, wie die französische Regierung auf unser Hilfegesuch reagieren wird“, sagte Isler. Man werde vor Sardinien, Korsika und Südfrankreich an vielen Häfen vorbeifahren, wo man im Notfall um Hilfe bitten könne.

Die „Alan Kurdi“ trägt den Namen des ertrunkenen syrischen Flüchtlingskindes Alan Kurdi. Zuvor war das Schiff als Offshoreversorger und als Forschungsschiff des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Fahrt. Im Herbst 2018 wurde das Schiff an die Nichtregierungsorganisation Sea-Eye verkauft, die es als Rettungsschiff für in Seenot geratene Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer einsetzt.

Die Seenotrettung im Mittelmeer ist ein umstrittenes Thema. Italien und Malta lassen gerettete Migranten oft Tage oder Wochen auf Schiffen ausharren, ehe ihnen die Einfahrt in einen Hafen genehmigt wird.

ls/mt/dpa

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