Gegen die Folgen der Corona-Pandemie sind die Finanzmärkte alles andere als immun. Das liegt aber nicht nur an der globalen Einschränkung des Geschäftslebens, sondern auch an der Verfasstheit der Märkte. Laut Max Keiser gleichen sie einem „Billiarden-Dollar-Schneeballsystem“.

Die Kernschmelze an den Börsen setzt sich weiter fort. Auch der Deutsche Aktienindex DAX hat nach einer Stabilisierung am Vortag seine Talfahrt am Mittwoch fortgesetzt, nachdem er bereits am Montag auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2013 gefallen war.

Am Vormittag sackte der Leitindex um gut fünf Prozent auf 8479,55 Punkte ab. Die Verluste der vergangenen knapp vier Wochen summieren sich mittlerweile auf mehr als 5.000 Dax-Punkte – oder fast 40 Prozent. Derweil sind Zentralbanken weltweit bemüht, der Wirtschaft durch Zinssenkungen und den Kauf von Anleihepaketen auf die Sprünge zu helfen.

Verstaatlichung in Ausnahmefällen, so der Bundeswirtschaftsminister Altmeier (Archivbild).

Laut dem Finanzanalysten Max Keiser war die derzeitige Implosion der globalen Märkte unausweichlich. Denn die Finanzmärkte glichen einem „Billiarden-Dollar-Schneeballsystem“, so der ehemalige Wall-Street-Börsenmakler gegenüber RT.

Die Politik der Zentralbanken, die es Regierungen und Unternehmen erlaubte, praktisch kostenlos Kredite für den kurzfristigen jetzigen Konsum aufzunehmen, statt für jahrzehntelangen zukünftigen Konsum, hat die Weltwirtschaft ausgehöhlt und sie extrem zerbrechlich gemacht.

Laut Keiser würden Industrien und Unternehmen, die sich selbst zerstört haben, indem sie ihre eigenen Aktien zurückkauften, wie beispielsweise Fluggesellschaften, „zu Recht von der Landkarte verschwinden“.

Auch wenn viele Unternehmen durch Regierungsmaßnahmen vor der Pleite bewahrt würden, spiele das keine Rolle mehr, weil „der US-Dollar dabei ist, völlig zerstört zu werden, da die Nicht-Dollar-Länder eine konkurrierende, goldgedeckte Weltreservewährung einrichten“.

Die Weltwirtschaft wird heute – wie in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach dem Ersten Weltkrieg – völlig neu geordnet. Die USA werden – ähnlich wie damals Großbritannien nach dem Ersten Weltkrieg – ihren Supermachtstatus verlieren, um Platz für China und Russland zu schaffen, die dieses Jahrhundert anführen werden“, fügte Keiser hinzu.

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