Anschlag auf ICE-Strecke: Mann wegen versuchten Mordes in Haft (Symbolbild)

Bei Wiesbaden wurden Schienen einer ICE-Strecke so gelockert, dass ein Zug eine Brücke hätte hinunterstürzen können. Die Polizei konnte den Verdächtigen schnell fassen. Der 51-Jährige wurde wegen versuchten Mordes in U-Haft genommen. Zum Motiv wurde zunächst nichts bekannt.

Nach dem versuchten Anschlag am Freitag auf die ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Köln hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Unmittelbar vor der Theißtalbrücke bei Niedernhausen im Taunus waren auf einer Länge von ungefähr 80 Metern die Schienenbefestigungen so gelöst, dass jeder Zug mit seinen Insassen hätte entgleisen können. Die Gefährdung wurde am Morgen des 20. März von einem Lokführer durch unruhiges Fahrverhalten seines Zuges bemerkt und nach anschließender Sperrung durch Überprüfung der Gleisanlagen bestätigt. Die Polizei ermittelte umgehend wegen eines möglichen Anschlags.

Die Schienen wurden noch am Freitag wieder fixiert. Am Samstagmorgen rollten die Züge zwischen Frankfurt und Köln wieder wie gewohnt, nachdem am Freitag noch etliche Züge ausgefallen oder umgeleitet worden waren.

Der 51-jährige Verdächtige wurde in der Nacht zum Samstag von Spezialkräften der nordrhein-westfälischen Polizei bei Köln festgenommen. Auf seine Spur führte nach Angaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel ein Bekennerschreiben, das unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet war.

Am Samstag wurde der Verdächtige dem Haftrichter am Amtsgericht Wiesbaden vorgeführt und anschließend in Untersuchungshaft genommen. Ihm werden versuchter Mord und gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr zur Last gelegt. Zu den Vorwürfen machte der Beschuldigte beim Hafttermin keine Angaben. Von Mittätern war zunächst keine Rede. Ein Justizsprecher in Frankfurt machte am Sonntag auch keine weiteren Angaben zum Motiv des Mannes.

Hessens Innenminister Peter Beuth bezeichnete die schnelle Festnahme als „großen Fahndungserfolg für die hessische Polizei“. Nur dank der Aufmerksamkeit und der Umsichtigkeit der Bediensteten der Deutschen Bahn und des schnellen Handelns der Einsatzkräfte habe eine mögliche Katastrophe verhindert werden können. Es sei ein wichtiges Signal an die Bürgerinnen und Bürger, dass sie sich auch in schwierigen Zeiten auf die Polizei verlassen könnten. (dpa)

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