Die Staatsanwaltschaft Aserbaischans teilte zuvor mit, dass ein russischer Staatsbürger des Jahrgangs 2007 am Samstag seinen Verletzungen, die er bei einem Artilleriebeschuss in Gandscha erlitten habe, erlegen sei. Ein Assistent des aserbaidschanischen Präsidenten habe darüber die russische Botschaft informiert, hieß es.

„Ja, wir bestätigen diese Angaben“, sagte Alina Solotorjowa, Presseattaché der Botschaft. „Wir stehen in Kontakt mit seinen Angehörigen, die sowohl in Gandscha als auch in Russland leben. Die Botschaft hat den Angehörigen des Verstorbenen ihr Beleid ausgesprochen“, fügte sie hinzu.

Die Beerdigung soll am Samstagnachmittag stattfinden und von einem Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche geführt werden.

Kämpfe dauern an

Gandscha ist die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans und liegt rund 100 Kilometer von der Berührungslinie in Bergkarabach entfernt, wo vor fast einem Monat Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen waren. In der Nacht zum 17. Oktober geriet die Stadt unter Artilleriebeschuss. Der erste Schlag traf einen Bezirk am Stadtrand und forderte ein Menschenleben und mehr als zehn Verletzte. Der zweite Schlag traf Angaben zufolge das Stadtzentrum und kostete 13 Menschen das Leben – darunter drei Kinder. 53 Menschen wurden dabei verletzt. Baku machte für die Angriffe die Streitkräfte Armeniens verantwortlich. Jerewan wies die Anschuldigungen zurück.

Laut den Behörden in Bergkarabach sind bislang 874 Soldaten getötet worden. Mehr als 30 Zivilisten sollen inzwischen ums Leben gekommen sein. Aserbaidschan gab 63 zivile Menschenopfer an, machte jedoch keine Angaben zu den Todeszahlen beim Militär. Nach Angaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin liegt die Todeszahl weitaus höher. Die Zahl nähere sich bereits der 5000, sagte Putin am Donnerstag.

mka/gs

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