Der Dow-Jones-Index der Standardwerte brach bis zum frühen Mittwochnachmittag in New York um 10,2 Prozent auf 19.020 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 8,8 Prozent auf 2321 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stürzte um 8,1 Prozent auf 6742 Punkte ab. Am Dienstag hatten die Marktbarometer noch zwischen fünf und sechs Prozent zugelegt.

Flugzeugbauer und Hotels verlieren besonders viel

Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt gehörten Boeing mit einem Minus von knapp 25 Prozent sowie die Hotelketten Hilton, Marriott und Hyatt, deren Aktien zwischen 25 und 34 Prozent fielen.

Am Rohölmarkt ging es steil bergab, da es im Preiskonflikt zwischen Saudi-Arabien und Russland keine Annäherung gibt. Der Kurs der US-Sorte WTI fiel um gut 23 Prozent auf 20,75 Dollar je Barrel (159 Liter).

Dem Ausverkauf an den US-Aktienmärkten zum Trotz klettern die Aktien von Walmart um 3,4 Prozent. Supermärkte gehören zu den wenigen Läden, die während der Beschränkung des öffentlichen Lebens durch die Coronavirus-Krise noch geöffnet bleiben dürfen.

„Panikstimmung“ an Börsen

Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Wall Street trotz eines geplanten billionenschweren US-Konjunkturprogramms weiter fest im Griff.

„Es herrscht Panikstimmung“, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan.

Offenbar erwarteten Investoren eine Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen.

Analytiker von der US-Bank Goldman Sachs bezeichneten diesen Monat Medienberichten zufolge als „Betrübtheit vom März“ – „March Sadness“.

Ölpreiseinsturz

Am 9. März waren die Ölpreise so schnell wie seit 30 Jahren nicht mehr gefallen. Nach gescheiterten Verhandlungen der führenden Förderstaaten über eine Drosselung der Ölproduktion befürchten Investoren einen Preiskrieg. Der Rubel-Wechselkurs zum Euro und dem US-Dollar war ebenfalls gesunken.

Gescheiterte Verhandlungen der Opec+-Länder

Vergangene Woche waren die Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den in der Opec+ vereinten Förderländern – unter anderem Russland – gescheitert. Das Opec-Abkommen zur Drosselung der Ölförderung gilt seit Anfang 2017. Seitdem wurde es mehrmals verlängert und seine Bedingungen wurden geändert. Bis Ende 2019 sah das Abkommen eine tägliche Förderkürzung von 1,2 Millionen Barrel im Vergleich zum Oktober 2018 vor. Im ersten Quartal 2020 reduzierte das Kartell die Förderung um 1,7 Millionen Barrel pro Tag.

mo/mt/rtr

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