Laut dem Politiker könnten mehr Tests helfen, die Ausbreitung des Virus zu begrenzen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen besser zu schützen.

Hunt, einst einer der Kontrahenten von Boris Johnson im Rennen um das Amt des Premierministers, verwies auch auf Erfahrungen in Taiwan und Singapur. Dank vieler Tests und Verfolgung von Kontakten hätten dort weitaus weniger drastische Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus eingeführt werden müssen.

„Mit Massentests, begleitet von rigoroser Verfolgung jeder einzelnen Person, die mit einem Covid-19-Patienten in Kontakt kam, kann man die Übertragungskette durchbrechen“, schrieb der Ex-Minister in einem Beitrag für die Sonntagszeitung „Sunday Telegraph“.

Erst am vergangenen Montag hatte der Premierminister nach langem Zögern eine Ausgangssperre verhängt. Hunt ist seit Beginn der Pandemie einer der ärgsten Kritiker der Regierung in London. Hunt forderte schon früh härtere Maßnahmen, zunächst ohne Erfolg.

Großbritannien testet im Vergleich zu Deutschland nur wenige Patienten. Daher wird von einer sehr hohen Dunkelziffer an Infektionen ausgegangen. Bis Sonntag hatte das Land rund 19.500 bestätigte Fälle und mehr als 1200 Tote. In Deutschland wurden etwa 52.500 Infektionen bestätigt. 389 Patienten sind gestorben.

Johnsons Brief an die Briten

Am Freitag erklärte der britische Premierminister Boris Johnson, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Er versicherte jedoch, er werde seine Aufgaben als Premierminister weiterhin in Quarantäne wahrnehmen.

In einem am Samstag veröffentlichten Brief stimmte Johnson die britische Bevölkerung auf schwere Zeiten ein. Die Regierung treffe die richtigen Vorbereitungen und je stärker diese Regeln befolgt würden, desto weniger Leben würden verloren und desto eher könne man in ein normales Leben zurückkehren, schrieb der Premier. Der Brief  soll in der kommenden Woche an 30 Millionen Haushalte verschickt werden.

Johnson schloss aber auch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen nicht aus: „Wir werden nicht zögern, weiterzugehen, wenn uns der wissenschaftliche und medizinische Ratschlag sagt, dass wir das tun müssen.”

mka/dpa

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