Betroffen sind die Zeitungen „The New York Times“, „The Wall Street Journal (WSJ)“ und „The Washington Post“. Das chinesische Außenministerium gab am Dienstag bekannt, dass US-Staatsbürger, die bei diesen Medien als Journalisten tätig seien und deren Akkreditierungen vor dem Jahresende ausliefen, ihre Pressekarten binnen zehn Tagen zurückgeben müssten.

Zudem verlangte Peking von in China ansässigen Vertretern der Medien „Voice of America“, „The New York Times“, „The Wall Street Journal“, „The Washington Post“ und „Time“ Informationen über ihre Mitarbeiter, Finanzen, Operationen und Immobilien in der Volksrepublik in schriftlicher Form bereitzustellen.

„Verantwortung liegt bei den USA“

Bei einem Briefing am Mittwoch machte der offizielle Sprecher des chinesischen Außenamtes, Geng Shuang, Washington für den Entzug der Akkreditierungen verantwortlich.

„Die Verantwortung für die Situation des Entziehens der Akkreditierung für US-amerikanische Journalisten in China liegt völlig bei den USA“, sagte der Diplomat.

Die von Peking ergriffenen Maßnahmen seien eine Antwort auf die unbegründeten Handlungen der USA.

Der „WSJ“-Chefredakteur Matt Murray bezeichnete am Dienstag die Handlungen Chinas als „beispiellosen Angriff auf die Pressefreiheit“ in den Zeiten der „einzigartigen globalen Krise“.

USA reduzieren Zahl im Land tätiger chinesischer Journalisten

Anfang März hatte Washington die Anzahl der zugelassenen Journalisten von chinesischen Staatsmedien in den Vereinigten Staaten eingeschränkt. Bislang waren laut einer Mitteilung des US-Außenministeriums etwa 160 Journalisten in den betroffenen Medien tätig gewesen. Diese Zahl soll ab dem 13. März auf 100 reduziert werden.

Die Maßnahme wurde zwei Wochen nach der Ausweisung von drei Journalisten der US-Zeitung „The Wall Street Journal“ aus China beschlossen.

Artikel von „WSJ“

Der umstrittene Artikel des „The Wall Street Journal“ vom 3. Februar hatte sich mit Bemühungen Chinas zur Eindämmung des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus befasst.

Die Verfasser kritisierten darin die ursprüngliche Reaktion der chinesischen Behörden als „nicht beeindruckend“. Angesichts der schließenden Fabriken und gesperrten Städte sei „der Glaube an die Kommunistische Partei Chinas sowohl im als auch außerhalb der Landes ins Wanken geraten“, behauptet die Zeitung und prophezeit negative wirtschaftliche Auswirkungen der Epidemie, wie einen Rückgang des Wirtschaftswachstums. Außerdem würden globale Unternehmen versuchen, China aus ihren Lieferketten auszuschließen, hieß es.

mo/ap/sna

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