Die Erkenntnisse stammen aus einer Untersuchung von 204 infizierten Menschen in drei chinesischen Krankenhäusern. 48,5 Prozent von ihnen beschwerten sich laut den Forschern über Verdauungsstörungen, die gleichzeitig mit den Symptomen der Atemwege aufkamen. Einige Menschen litten jedoch nur an Durchfall und hatten weder Fieber noch Husten.

Bemerkenswert sei, dass die Zeit vom Auftauchen der ersten Anzeichen bis zur Hospitalisierung  bei Patienten mit Verdauungssymptomen signifikant länger wäre, als bei Patienten ohne diese (9,0 gegenüber 7,3 Tagen).

Die Hauptbeschwerde bei den gastrointestinalen Störungen sei Anorexie (mehr als 80 Prozent der Fälle). Fast ein Drittel der Patienten klagten über Durchfall, 0,8 Prozent über Übelkeit und 0,4 Prozent über Bauchschmerzen. Die Indigestion nahm mit der Entwicklung der Krankheit zu.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Menschen, die nur an Atemstörungen litten, schneller gesund wurden: Am Ende der Studie seien 60 Prozent dieser Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden, während es bei denjenigen mit Verdauungsstörungen nur 34,4 Prozent waren. 

Es gibt mehrere Versionen, wie das Virus den Magen-Darm-Trakt beeinflussen kann. Erstens ähnelt es dem Erreger der atypischen Pneumonie (SARS), der sich an das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 bindet, das seinerseits eine Rolle beim Funktionieren des Darms und des Herzens spielt. Zweitens kann es zu entzündlichen Prozessen des Verdauungssystems führen. Drittens kann das Virus die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen – die Forscher sammelten Stuhlproben von Patienten mit Coronavirus, um diese Annahme zu prüfen. Und schließlich seien das Mikrobiom der Lunge und des Magen-Darm-Trakts eng miteinander verbunden (dies wird als Darm-Lungen-Achse bezeichnet). Änderungen in einem von ihnen könnten zu Änderungen in dem anderen führen.

Coronavirus-Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Coronavirus Covid-19 als Pandemie eingestuft. 
Weltweit wurden laut aktuellen WHO-Angaben bereits mehr als 209.000 Menschen in 169 Ländern infiziert. Registriert wurden über 8700 Todesopfer.

sm/gs

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