Der  Kremlchef hob am Montag hervor, dass die Situation in Russland im Vergleich zu anderen Ländern weniger dramatisch sei. Dies sei vor allem dem Gesundheitssystem und den gut vorbereiteten Ärzten zu verdanken. Grund zur Freude gebe es jedoch nicht.

„Wir haben sehr viele Probleme. Hier gibt es keinen Grund zur Freude. Und vor allem dürfen wir nicht die Wachsamkeit verlieren, denn (…), wie viele Experten sagen, ist der Höhepunkt der Epidemie noch nicht überschritten“, erklärte Putin in einer Besprechung zur Lage rund um das Coronavirus.

In Bezug auf die Covid-19-Erkrankten verwies Putin auf eine sich ständig ändernde Situation.

„Wir beobachten, wie sich die Situation praktisch jeden Tag ändert und leider nicht zum Besseren. Die Zahl der Erkrankten steigt an, wobei immer öfter Fälle mit schwerem Krankheitsverlauf auftreten“, fügte der Präsident hinzu.

Er betonte, in dieser Zeit sei es wichtig, die russischen Bürger keinen zusätzlichen Problemen auszusetzen. Alle technischen und administrativen Maßnahmen müssten reibungslos vonstattengehen.  

Unterstützung vonseiten des Militärs

Putin verwies auf das russischen Militär, dessen Experten jetzt auch in anderen Ländern bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie helfen würden.

„Russische Militärangehörige sind im Ausland tätig und das durchaus erfolgreich. Sie helfen unseren Kollegen im Kampf gegen die Infektion. Sie verfügen über jahrelange Erfahrungen, die sie unter schwierigen Umständen erworben haben. Diese Erfahrungen müssen jetzt sicherlich zur Anwendung kommen, aber es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass alle Kapazitäten, darunter die Kapazitäten des Verteidigungsministeriums, wenn nötig, natürlich in Russland zum Einsatz kommen werden.“

Das Verteidigungsministerium habe bereits durch bereitgestellte Finanzmittel mit dem Bau von medizinischen Einrichtungen zur Virusbekämpfung begonnen. Diese könnten bei mittelhoher Dringlichkeit in den Dienst gestellt werden.

Kommende Wochen entscheidend

Laut Putin ist es Russland bislang gelungen, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen. In dieser Frage sei man auch künftig auf professionelle Prognosen angewiesen.

„Um auch weiterhin vorsorglich handeln zu können, was uns zuvor trotz der Lage, die sich bislang nicht zum Besseren gewendet hat, gelungen ist, brauchen wir eine gute und professionelle Prognose, und sie darf nicht nur mittel- oder langfristig sein, sie muss auch für den Zeitraum der nächsten drei bis 70 Tage gelten“, erklärte der Kremlchef.

Mit genauen Prognosen hielt sich der Präsident zurück, sagte aber, dass die kommenden Wochen entscheidend sein würden.

„Die nächsten Wochen werden  in vielerlei Hinsicht entscheidend sein. Das bedeutet, dass all unsere Schritte, und damit meine ich sowohl die Maßnahmen zur Vorbeugung als auch die Arbeit des gesamten Gesundheitssystems, optimal ausgerichtet sein müssen, sprich, sie müssen Handlungsspielraum zulassen und alle Faktoren berücksichtigen“, so der russische Präsident.

Die Gesamtzahl der Covid-19-Erkrankten liegt in Russland bei 18.328. Mehr als 1,3 Millionen Tests wurden inzwischen durchgeführt. Die meisten neuen Patienten – 1355 Menschen – wurden in der russischen Hauptstadt Moskau registriert. Darauf folgt das Moskauer Gebiet mit 495 Neuinfektionen, Sankt Petersburg verzeichnet 121 neue Corona-Fälle. In Moskau sind mehr als die Hälfte der erkrankten Menschen jünger als 45 Jahre.

Bislang sind in Russland 148 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Die Gesamtzahl der aus russischen Krankenhäusern entlassenen Patienten beläuft sich auf 1470.

mka/gs

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