Symbolbild: Ab Mittwoch müssen alle Bürger, die sich in Moskau mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen, einen digitalen Ausgangsschein beantragen

Am Montag sind in Russland insgesamt 18.328 Corona-Positive gemeldet worden. Die Zahl der testpositiven Todesfälle stieg auf 148. Moskau ist besonders stark betroffen. Daher gelten in der russischen Haupstadt seit Montag verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Krise.

In Russland sind seit Montag nun insgesamt mehr als 18.000 Menschen Corona-positiv gemeldet. Die Mehrzahl der Testpositiven befindet sich in Moskau und ist zwischen 18 und 45 Jahren alt. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, gelten ab Montag in der russischen Hauptstadt verschärfte Maßnahmen. Die Mehrheit der Betriebe und Baustellen werde vorübergehend geschlossen, kündigte Bürgermeister Sergei Sobjanin am Freitag in einer Videobotschaft an. Alle Carsharing-Dienste müssten bis zum 19. April eingestellt werden. Ausschließlich essentielle Einrichtungen dürfen ihre Arbeit fortführen.

Außerdem brauchen alle Bürger, die sich mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt bewegen, vorübergehend einen digitalen Ausgangsschein. Der Schein kann online, per Telefon oder SMS beantragt werden. Er wird in elektronischer Form ausgestellt und besteht aus einer Zahlen- und Buchstabenkombination. Für Fahrten zur Arbeit gilt der Schein bis zum 30. April. In allen anderen Fällen sind die Ausweise nur für einen Tag gültig. Für Fahrten in ein Krankenhaus kann der Schein unbegrenzt oft ausgestellt werden, für private Zwecke (wie das Einkaufen) höchstens zweimal pro Woche. Beamte, Anwälte, Militärangehörige, Journalisten und einige andere Berufsgruppen dürfen sich ohne Ausgangsschein in der Stadt bewegen. Dasselbe gilt für Kinder unter 14 Jahren. Bei einer Kontrolle müssen die Einwohner ihren Pass und den Ausgangsschein vorlegen. Bei Missachtung der Regeln drohen Bußgelder. Wer zu Fuß unterwegs ist, zum Beispiel zum Einkaufen, braucht vorerst keinen Ausgangsschein.

Die Hauptstadt meldet seit letzter Woche vermehrt COVID-19-Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf. Die Anzahl der Menschen, die mit einer Lungenentzündung in Krankenhäuser eingeliefert würden, steige ständig, sagte die Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa gegenüber der Nachrichtenagentur TASS: „Die Krankenhäuser und Rettungsdienste arbeiten an ihren Grenzen.“

Mehrere Videos, die derzeit im Internet kursieren, zeigen eine Schlange aus mehreren Rettungswagen vor einer Moskauer Klinik im Norden der Stadt. Aufgrund der Flut an Patienten mussten die Rettungsfahrer stundenlang warten, bis die nächsten Betroffenen aufgenommen werden konnten.

 

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