„Nachdem die Corona-Pandemie ein halbes Jahr gewütet hat, beobachten wir, dass sich die finanzielle Lage der Haushalte nach dem ersten Schock im März 2020 weder weiter signifikant verschlechtert noch deutlich erholt hat“, erklärte Andreas Hackethal vom Frankfurter Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung Safe.

Im Rahmen der Umfrage wurden 10.800 Privathaushalte befragt. Dabei sehen 83 Prozent der Haushalte keine Einkommenseinbußen oder sogar eine Verbesserung ihrer Situation. Rund 17 Prozent haben laut der Umfrage mit Einkommensverlusten zu kämpfen.

„Gemessen an der Lebenswirklichkeit der Leute bestätigt sich daher, dass Deutschland bisher relativ gut durch die Krise gekommen ist“, sagte Hackethal.

Die Daten für das sogenannte Haushaltskrisenbarometer wurden zum siebten Mal erhoben. Beteiligt sind das Safe-Institut, Marktforscher von Nielsen sowie der Lehrstuhl für Finanzen und Ökonomie an der Universität Frankfurt.

„Die Haushalte, die tatsächlich nach wie vor mit weniger Einnahmen auskommen müssen, befinden sich schon seit Ende März in dieser Lage“, bilanzierte Roman Inderst aus der Universität Frankfurt. 

Schlechter entwickelt haben sich im Vergleich den Angaben zufolge die Einkommen von Selbstständigen sowie denjenigen, die in besonders von der Pandemie betroffenen Branchen wie Handel, Verkehr oder Gastgewerbe angestellt sind. Sowohl unter den Selbstständigen als auch unter den Angestellten in den genannten Wirtschaftszweigen müssen demnach jeweils 30 Prozent der Haushalte Einkommenseinbußen hinnehmen. Mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau rechnen diese Haushalte im nächsten halben Jahr nicht.

ac/mt/dpa

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