Corona-Virus verlängert Leben: US-Gericht verschiebt Hinrichtung wegen Gesundheitskrise (Symbolbild)

Das gefährliche und bisweilen auch tödliche Corona-Virus hat das Leben eines zum Tode verurteilten Mannes in den USA um mindestens zwei Monate verlängert. Ein US-Gericht beschloss, seine Hinrichtung wegen der COVID-19-Pandemie vorerst auszusetzen.

John Hummel wurde im Jahr 2019 wegen brutalen Mordes an seiner schwangeren Ehefrau, seiner fünfjährigen Tochter und seinem Schwiegervater zur Todesstrafe verurteilt. Das Motiv des Tötungsdeliktes soll die Beziehung des Mannes zu einer anderen Frau gewesen sein, wie es aus den Gerichtsunterlagen verlautet.

Die Hinrichtung sollte ursprünglich am 17. März vollzogen werden. Doch das Risiko in Bezug auf das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 ließ das Berufungsgericht des US-Bundesstaates Texas den Termin überdenken. Laut Angaben der Zeitung The Appeal wurde die Exekution um 60 Tage „im Lichte der aktuellen Gesundheitskrise und den enormen Ressourcen, die zur Inangriffnahme des Notstandes gebraucht werden,“ verschoben.

Mit der Verzögerung der Hinrichtung ging das Gericht dem Blatt zufolge auf das Ersuchen von Hummels Rechtsanwalt Michael Mowla ein. Er wies auf das Risiko hin, dem die Zeugen, das Personal und sein Mandant selbst zu den Zeiten der Pandemie ausgesetzt werden könnten, falls das Todesurteil zum festgelegten Termin vollstreckt werden sollte. Unter anderem argumentierte der Verteidiger, dass im solchen Fall alle Anwesenden Gefahr laufen würden, sich mit dem Virus zu infizieren und später andere anzustecken. Zudem befürchtete Mowla Unregelmäßigkeiten beim Hinrichtungsverfahren, falls jemand von den ordnungsgemäß ausgebildeten Henkern krankheitsbedingt ersetzt werden sollte. Schließlich beklagte der Rechtsanwalt auch die Tatsache, dass der Verurteilte wegen neuer Sicherheitsvorkehrungen in der Strafanstalt infolge der Corona-Krise zum Abschied keine Besucher empfangen könne.

Für die Vereinigten Staaten lag die offiziell bestätigte Zahl der Corona-Infektionen nach der Statistik der Johns Hopkins University am Mittwoch bei 6.496. Laut Angaben der Zeitung The New York Times verbreitete sich das Virus bereits auf alle 50 Bundesstaaten des Landes. Bisher sind in den USA 114 Menschen an der COVID-19-Krankheit gestorben.  

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