Das Virus SARS-CoV-2 wirkt sich unterschiedlich stark auf Menschen aus. Nur ein geringer Anteil bedarf einer stationären Behandlung. Die restlichen Angesteckten weisen gar keine oder nur leichte Symptome auf. So bleibt die Infektion meist unidentifiziert. Laut einer Simulationsstudie kommen auf jeden bestätigten Corona-Fall bis zu zehn unentdeckte. Daraus ergibt sich, dass eine bis zwei Millionen Menschen derzeit infiziert sein könnten.

Wie Jeffrey Shaman von der Columbia University und sein Team feststellten, wurden zu Beginn der Epidemie in China etwa 86 Prozent der Infektionsfälle nicht bemerkt und nur 14 Prozent identifiziert. Aus einer im Fachmagazin „Science“ veröffentlichten Studie geht hervor, dass auf jeden nachweislich Infizierten ungefähr sieben unentdeckte Fälle kommen. Letztere hätten die Infektion nur an halb so viele Personen weitergegeben wie Patienten mit Symptomen. Dabei waren sie für 80 Prozent der registrierten Fälle verantwortlich.

Leichte Symptome – große Ansteckungsgefahr 

Laut Shaman sei die starke Ausbreitung des Coronavirus in China vorwiegend von Personen mit milden oder keinen Symptomen verursacht worden. Denn scheinbar gesunde, aber infizierte Menschen würden nicht zu Hause bleiben und nähmen am normalen Alltag teil und verbreiteten dabei das Virus in großem Umfang, auch wenn sie weniger ansteckend seien.

Elizabeth Haloran von der University of Washington, die nicht an der Studie beteiligt war, sagte, es sei wichtig, die Bevölkerung großflächig auf die Infektion zu testen. Mit solchen Tests könnte verhindert werden, dass eine große Anzahl von latent Infizierten das Virus verbreitet.

ls/mt/sna

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