Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles bestätigte am Montag, dass der erste Erkrankte in der Provinz Cadiz ein Offizier des Stützpunktes sei. Nach einem positiven Corona-Test wurde die gesamte Umgebung unter Quarantäne gestellt (ungefähr zwölf Menschen).

Dabei geht es um die Zukunft des Stützpunktes, der nicht geschlossen werden kann, weil selbst eine zeitweilige Sperrung die gesamte Region im Süden Spaniens in Mitleidenschaft ziehen würde. Ein weiterer Grund, warum es dazu nicht kommen wird, ist, dass die USA die Präsenz der 6. Flotte ihrer Marine, die in dieser Region stationiert ist und den Zugang zum Mittelmeer kontrolliert, ausbauen wollen.

Sputnik sprach mit Manuel Urbina, Präsident des Arbeitsausschusses des Stützpunktes Rota, Fernando Herrera, der für die Vorbeugung einer gefährlichen Situation des Flughafenbetreibers zuständig ist, sowie mit dem Bürgermeister von Rota, Javier Ruiz Arana.

„Es ist klar, dass unser Stützpunkt von sehr großer Bedeutung ist, jeden Tag kommen da Flugzeuge und Schiffe, obwohl wir derzeit keine konkreten Verhaltensprotokolle haben außer denen der WHO“, so Manuel Urbina.

Mit Stand vom Donnerstag hat der Flughafen seinen Betrieb nicht umgestellt. Seine Kapazität beläuft sich auf 20.000 Flüge pro Jahr, das ist ein ausschließliches Militärobjekt.

Die Situation ändert sich jeden Tag, doch zurzeit gibt es keine konkreten Regeln für Ein- und Ausreise, Ein- und Ausfuhr von Waren auf den und von dem Flughafen; die getroffenen Maßnahmen beinhalten einfach einen Fragebogen, ob der Passagier vor kurzem in China unterwegs war bzw. mit Infizierten kontaktierte. Diese Maßnahmen seien zu kurzfristig angesichts der heutigen Entwicklung, so Herrera.

Der Stützpunkt in Rota hat einen weiteren kritischen Faktor – er ist mit Italien verbunden. Als US-Stützpunkt hat er eine direkte Verbindung mit dem Stützpunkt in Neapel, dem er unterordnet ist. „Es gibt Gerüchte, dass es dort ein Schiff in Quarantäne gibt, doch ich kann nichts bestätigen, weil wir keine offiziellen Informationen dazu haben“, so Urbina.

US-Reaktion

Eine zeitweilige Sperrung des Stützpunktes würde einen tödlichen Schlag gegen diese Region Südspaniens und die Stadt Rota selbst bedeuten. Laut einem bilateralen Abkommen zwischen Spanien und den USA sind im Stützpunkt mindestens 4250 US-Militärs tätig. Die Tätigkeit dieser Menschen dreht sich um vier Aegis-Zerstörer, 13 Marine-Aufklärungsflugzeuge und 18 Patrouillenflugzeuge.

So lauten die offizielle Angaben, allerdings bauen die USA dort ständig ihr Personal und Waffenarsenal aus – nun will Washington die Präsenz der 6. Flotte der US-Marine ausbauen, die in dieser Region stationiert ist und die den Zugang zum Mittelmeer kontrolliert. Die Präsenz der USA ist ein wirtschaftlicher Faktor, auf dem die Stabilität der Region beruht. Nach Angaben von Quellen auf dem Stützpunkt machte sein wirtschaftlicher Einfluss auf den Golf von Cadiz 2018 rund 450 Mio. Euro aus.

Zukunft des Stützpunktes unter US-Fahne

„Wenn sie mich fragen würden, ob wir unsere Präsenz auf dem Stützpunkt erweitern werden, werde ich sagen – man könnte das schon morgen tun, auf dem Stützpunkt ist die notwendige Infrastruktur vorhanden“, sagte der EUCOM-Befehlshaber, General Tod Daniel Wolters, zur Situation am 25. Februar, als er im Senat die Absicht bestätigte, zwei neue Schiffe in die Flotte des Stützpunktes aufzunehmen. Damit würde man die Verpflichtungen gegenüber den europäischen und den afrikanischen Verbündeten bestätigen.

Die jetzigen Aegis-Zerstörer könnten durch modernere Schiffe ersetzt werden, zudem könnten zwei weitere Schiffe dazukommen, wonach ihre Zahl insgesamt sechs betragen würde. Das sieht auch die Erhöhung der Truppen um 600 US-Soldaten und die Integration der neuen Hubschrauber vor, was durch das bilaterale Abkommen zwischen den USA und Spanien aus dem Jahr 1988 nicht vorgesehen ist. Allerdings wurde das Abkommen im Laufe der Jahrzehnte einfach ignoriert, als dies für das Weiße Haus vorteilhaft war.

„Je mehr Zerstörer zum Stützpunkt kommen, desto besser für die Stadt. Rota ist zum Ausbau des Militärpersonals und einer möglichen Erweiterung des Stützpunktes bereit“, sagte Arana.

Traditionell bedeutet das Militär wirtschaftliche Vorteile für die Stadt, weshalb die Bevölkerung den Stützpunkt immer unterstützte.

„Wir sind in Abhängigkeit, wir waren seit Jahrzehnten versklavt, weil der Stützpunkt Hoffnungen für Jobs und Wirtschaftsstabilität brachte, doch mit der Zeit haben sich die Erwartungen nicht gerechtfertigt, heute gibt es im Stützpunkt mehr Nach- als Vorteile“, sagte die örtliche Politikerin und Sprecherin der linken Gruppe Adelante Andalucia, Inmaculada Nieto.

Allerdings sind der Militärstützpunkt und die damit verbundene Rüstungsindustrie ein Rettungsring für die Provinz, wo die Arbeitslosenquote am höchsten in Spanien ist. Im vergangenen Sommer belief sich die Zahl der Arbeitslosen im Golf von Cadiz auf 77601, was mehr als 30 Prozent der gesamten Arbeitslosen des Landes ist.

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