Das Team um Christian Drosten von der Berliner Charité und Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing untersuchte die ersten Covid-19-Patienten in Deutschland, die Ende Januar im Landkreis Starnberg bei München bekannt wurden.

„Die bei uns betreuten Patientinnen und Patienten waren jüngeren bis mittleren Alters. Sie zeigten insgesamt eher milde Symptome und grippeähnliche Symptome wie Husten und Fieber sowie ein gestörtes Geruchs- und Geschmacksempfinden“, sagte Wendtner.

Bei den Patienten wurden während der Infektionszeit jeden Tag Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum und Proben des Husten-Auswurfs analysiert. Auch Stuhl, Blut und Urin wurden untersucht.

In der ersten Woche nach dem Beginn der üblichen Symptome war die sogenannte Virusausscheidung im Rachen der Erkrankten und im Husten-Auswurf sehr hoch. Meist nahm die Viruslast im Rachen im Laufe der ersten Krankheitswoche deutlich ab – im Auswurf der Lunge fiel die Virusausscheidung etwas später ab. Ab Tag 8 nach Symptombeginn konnten die Forscher keine infektiösen Viruspartikel mehr isolieren – auch wenn sie noch Virus-Erbgut in Rachen und Lunge fanden.

Dank diesen neuen Erkenntnissen können jetzt die Ärzte in Krankenhäusern darüber entscheiden, welche Patienten in häusliche Quarantäne aufgrund der knappen Bettenkapazität entlassen werden können. Die Autoren der Studie schlagen dies vor, wenn sich nach dem zehnten Tag der Erkrankung weniger als 100 000 Kopien des Viren-Erbguts pro Milliliter Husten-Auswurf nachweisen lassen.

Außerdem vermuten die Forscher, dass Menschen wahrscheinlich auch schon zwei Tage vor Symptombeginn die anderen mit Coronavirus anstecken können.

Corona-Ausbruch

Am 31. Dezember 2019 haben die chinesischen Behörden die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Ausbruch einer unbekannten Pneumonie in der Stadt Wuhan im zentralen Teil des Landes (Provinz Hubei) informiert. Experten stellten fest, dass der Erreger der Krankheit ein neues Coronavirus war, später wurde die Krankheit offiziell Covid-19 genannt.

Aktueller Stand in Deutschland und weltweit

Die WHO hatte am 11. März den Ausbruch von Coronavirus als Pandemie eingestuft. Nach jüngsten Angaben der John-Hopkins-Universität wurden weltweit mehr als 880.000 Infektionsfälle registriert, mehr als 44.000 Menschen sind gestorben. Dem Robert-Koch-Institut zufolge gab es in Deutschland am 1. April 67.366 Infizierte. Dabei sind bisher 732 Todesfälle registriert worden.

ac/mt/dpa

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