Symbolbild: Spargelernte auf dem Tannenhof von Rolf Meinhardt in Weiterstadt bei Frankfurt (22. März 2019)

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, dringt in der Corona-Krise darauf, auch Asylbewerber in der Landwirtschaft einzusetzen. So soll der Ausfall von Saisonarbeitern ausgeglichen werden, die derzeit nicht nach Deutschland einreisen dürfen.

Asylbewerbern, die bisher ein Beschäftigungsverbot hätten, soll „kurzfristig eine Arbeitsaufnahme in der Landwirtschaft“ ermöglicht werden, sagte Klöckner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Viele kommen aus sicheren Herkunftsländern wie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien oder Montenegro und wollen mit anpacken, sich einbringen“, ergänzte sie.

Ein großer Erfolg bei der Vermittlung von Helfern an suchende Betriebe sei die Plattform www.daslandhilft.de. „Der Ansturm ist riesig – über 30.000 Inserate gab es allein in den ersten fünf Tagen“, berichtete die Ministerin. Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), forderte, das Arbeitsverbot für Asylbewerber und geduldete Ausländer aufzuheben, um dem coronabedingten Personalmangel in einigen Branchen entgegenzuwirken.

„Jetzt wird jede helfende Hand gebraucht. Deshalb ist es richtig, wenn wir jetzt Asylbewerbern und Geduldeten befristet ermöglichen, als Erntehelfer oder in der Lieferkette zu arbeiten“, sagte die Staatsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montag. Ohnehin seien Rückführungen derzeit schwer durchzuführen.

Die Grünen-Politikerin Künast begrüßte zwar Klöckners Vorstoß. Warnte aber gleichzeitig davor, aus den Geflüchteten „billige Lückenbüßer“ zu machen. Wer jetzt für das Allgemeinwohl arbeite, dürfe anschließend nicht abgeschoben werden, so Künast.

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