Wettkämpfe, bei denen normalerweise Dopingproben durchgeführt werden, finden wegen der Corona-Pandemie nicht mehr statt, doch getestet werde in kleinem Umfang trotzdem, sagte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur im Interview mit der DPA:

„Wir müssen uns natürlich den aktuellen Gegebenheiten anpassen. Für uns steht der Schutz und die Gesundheit der Athleten absolut an allererster Stelle und hat Priorität. Aber allein durch den Ausfall nahezu aller Wettkämpfe in Deutschland ergibt sich, dass diese Form der Kontrollen bei uns derzeit nicht mehr durchgeführt werden. Wir haben noch das Trainings-Kontrollsystem. Da haben wir aber reduziert und konzentrieren uns weiter auf eine wichtige Gruppe: Das sind die Perspektivathleten, die sich auf Tokio vorbereiten. Da müssen wir ein gewisses Kontrollprogramm aufrechterhalten.“

Im Gegensatz zu den Laboren in Spanien, Italien und Kanada seien die Labore in Köln und Kreischa noch funktionsfähig, würden aber mit reduziertem Personal arbeiten. Man könne die Proben aber auch einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt analysieren, so Gotzmann.

„Wir müssen aber beachten: Sollte eine Athlet, ohne es zu wissen, zum Zeitpunkt der Kontrolle mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein, ist es für uns wichtig, dass wir das betroffene Kontrollpersonal informieren und die Labore vorgewarnt werden.“

Die NADA Austria hat am Mittwoch verkündet, ihre Anti-Doping-Maßnahmen ebenfalls stark einzuschränken, ihr Büro habe sie geschlossen. Bereits am vergangenen Freitag seien Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Sportlern und Mitarbeitern getroffen worden, hieß es in der Mitteilung. „Das Dopingkontrollprogramm wurde deutlich heruntergefahren und fokussiert auf hohes Dopingrisiko beziehungsweise entsprechende Verdachtslagen.“

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