Trotz schwacher Konjunktur in Russland und den Sanktionen der EU und der USA investieren die deutschen Unternehmen weiterhin stark in Russland. Die Netto-Direktinvestitionen, die Zufluss und Abfluss deutschen Kapitals nach Russland vergleichen, haben im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Euro betragen.

Deutsche Milliarden und Rubel-Chancen

Dies vermeldet die AHK unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesbank. „Das ist einer der höchsten Werte seit dem Zerfall der Sowjetunion“, so der Vorstandsvorsitzende der AHK, Matthias Schepp. „Gerade Mittelständler sehen aufgrund des niedrigen Rubelkurses Chancen im großen russischen Markt.“

Insgesamt sind seit dem Zerfall der Sowjetunion laut Bundesbank netto 28 Milliarden Euro nach Russland geflossen. „Aus keinem anderen Land haben Firmen so viel in Fabriken in Russland investiert wie aus Deutschland“, sagt AHK-Vorstandschef Matthias Schepp.

Rückgang der Direktinvestitionen im Vorjahresvergleich

Gegenüber dem Vorjahr allerdings sind die Netto-Direktinvestitionen um 36 Prozent zurückgegangen, sie betrugen 2018 noch rund 3,3 Milliarden Euro.

Die aktuellen Geschäftsklimaumfrage der AHK zeigt, dass die russische Bürokratie sowie die EU- und US-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts, aber auch Protektionismus, also Hemmnisse, die Russlands Wirtschaftsbranchen stärken sollen gegenüber ausländischer Konkurrenz, zu den größten Investitionshemmnissen.

Trotzdem ist die Mehrheit der deutschen Firmen nach wie vor positiv eingestellt: 36 Prozent der in Russland tätigen deutschen Firmen bezeichnet ihre Geschäftslage als gut, 51 Prozent als befriedigend. Immerhin 34 Prozent der befragten Firmen planen 2020 Investitionen in Russland und 33 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen.

ba

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