Bisher wurden Tests an mit dem MERS-Coronavirus infizierten Mäusen durchgeführt. Forscher seien der Ansicht, dass diese Methode gegen das SARS-CoV-2-Virus wirksam sein könne.

Es gibt weltweit noch keine Impfstoffe, die Menschen vor Coronavirus-Infektionen wie Covid-19 oder den früheren SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom, auch als SARS bekannt) und MERS (Middle East Respiratory Syndrome) schützen können.

Vielversprechende Methode

In ihrer neuen Studie beschreiben Wissenschaftler eine vielversprechende Methode, die auf der Schaffung eines gentechnisch veränderten Virus basiert, das S-Protein-Fragmente enthält, aus denen Dornen von Coronaviren gefaltet werden, durch die sie sich an Rezeptoren auf der Oberfläche von Zellen binden, was es dem Virus ermöglicht, in gesunde Zellen einzudringen.

Wissenschaftler haben auf der Grundlage des natürlichen Virus Parainfluenza 5 (PIV5), das bei Hunden bekannt ist, aber für die Menschen nicht gefährlich ist, ein Virus durch Hinzufügen eines Gens zu PIV5 geschaffen, das infizierte Zellen dazu veranlasst, S-Glykoprotein zu produzieren – ähnlich dem in Coronavirus-Spikes.

MERS-Virus

Die Autoren testeten das entwickelte Virus an Mäusen und verwendeten es als Impfstoff gegen das MERS-Virus. Es ist bekannt, dass das MERS-Virus keine Mäuse infiziert. Daher wurden Modelltiere für das Experiment erstellt, bei denen das DPP4-Protein exprimiert wird, das vom MERS-Virus als Eintrittspunkt in menschliche Zellen genutzt wird.

Labortests zeigten, dass eine Einzeldosis des viralen Impfstoffs, die über die Nase eingeführt wurde, infizierte Zellen effektiv dazu veranlasste, das S-Protein zu produzieren, das wiederum beim Wirtstier Immunantworten gegen dieses Protein auslöste.

Vier Wochen später, nachdem die Mäuse den Impfstoff erhalten hatten, wurden sie der Wirkung eines Stammes des MERS-Virus ausgesetzt, der an die Mäuse angepasst war, um eine tödliche Infektion zu verursachen. Das MERS-Virus wurde auch auf Kontrollgruppen von Mäusen übertragen, die den genlosen PIV5-Impfstoff gegen S-Protein oder den intramuskulären Impfstoff mit inaktiviertem MERS-Virus erhielten.

Modifiziertes PIV5-Virus

Alle mit dem modifizierten PIV5-Virus immunisierten Mäuse überlebten nach Infektion mit dem MERS-Virus. Im Gegensatz dazu starben alle mit PIV5 ohne S-Protein immunisierten Mäuse an der Infektion. Ein intramuskulärer Impfstoff gegen das inaktivierte MERS-Virus schützte nur 25 Prozent der Mäuse vor einer tödlichen Infektion. Darüber hinaus stellten die Forscher bei Tieren, die den intramuskulären Impfstoff erhielten, erhöhte Leukozyten-Eosinophilen-Spiegel fest, was auf eine Infektion und Entzündung hinweist, was nach Angaben der Autoren über die Sicherheit der Verwendung intramuskulärer Impfstoffe mit inaktiviertem Coronavirus nachdenken lässt.

„Die Studie zeigt, dass der intranasale Impfstoff auf PIV5-Basis bei Mäusen gegen MERS wirksam ist und auf sein Potenzial gegen andere gefährliche Coronaviren, einschließlich SARS-CoV-2, getestet werden sollte. Wir sind sehr daran interessiert, Viren als Vehikel für die Genabgabe zu verwenden“, werden in einer Pressemitteilung der American Society for Microbiology die Worte eines der Forschungsleiter, des pädiatrischen Lungenarztes und Coronavirus-Experten Dr. med. Paul McCray von der University of Iowa, angeführt, der ähnliche Strategien zur Behandlung von Mukoviszidose bereits verwendet hatte.

Frage der Zeit

Die Autoren haben sich nun darauf konzentriert, ein modifiziertes Virus zu entwickeln, das vor SARS-CoV-2 schützt. Laut McCray ist es eine Frage der Zeit, einen wirksamen Impfstoff gegen Coronavirus zu finden, der Covid-19 verursacht. „Zum ersten Mal sind nicht  hundert Prozent der Bevölkerung dem Virus ausgesetzt, was bedeutet, dass wir noch nicht wissen, ob Menschen eine langfristige Immunität gegen SARS-CoV-2-Infektionen erhalten, deshalb es ist wichtig, über Möglichkeiten zum Schutz der Menschen nachzudenken.“

ek/mt/sna

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