Zuvor hatte das The Wall Street Journal unter Bezugnahme auf nicht näher genannte Quellen berichtet, dass die USA Sanktionen gegen Russland planten, um die Ölpreise zu stabilisieren.

USA für Wiederherstellung der Ölproduktion

Zudem wolle Washington Saudi-Arabien zwingen, die früheren Erdölfördermengen wiederherzustellen, die es vor dem Scheitern der OPEC+-Vereinbarung gegeben habe. Gegen Moskau sollten neue Restriktionen beschlossen werden, schrieb die Zeitung, ohne auf Details einzugehen.

Forbes erinnert daran, dass ein Senator vor einigen Tagen Präsident Donald Trump in einem Schreiben gebeten haben soll, Russland zur Drosselung der Ölproduktion zu zwingen.

„Unlauterer Handel der USA“

„Aber wegen des unlauteren Handels könnten US-Partner ihr Vertrauen in die USA und in Trump verlieren. Zudem könnte sich auch die Welthandelsorganisation (WTO) gegen Washington stemmen und die Handelspolitik der USA an den Pranger stellen“, heißt es im Beitrag.

Der Autor erinnert daran, dass die USA bereits Sanktionen gegen die Ölbranchen im Iran und in Venezuela sowie gegen einzelne russische Ölkonzerne verhängt hatten. „Mehr noch: Diese einschränkenden Maßnahmen wirken sich auch auf Unternehmen und Staaten aus, die mit den auf der Schwarzen US-Liste stehenden Konzernen kooperieren wollen. Somit gehen die USA das Risiko ein, andere Staaten und die ausländische Geschäftswelt gegen sich zu stimmen, die die Sanktionsmaßnahmen Washingtons dann völlig ignorieren könnten.“

USA dürften ihr Ansehen einbüßen

Irgendwann werde ein Kunde Rohöl brauchen. Und wenn die USA ihn um einen Teil der Lieferungen brächten, werde Amerika nicht mehr ernsthaft behandelt, so Forbes.

Der Autor schreibt ferner, dass der saudische Ölgigant Saudi Aramco die Ölraffinerie Motiva, den größten Erdöl verarbeitenden Betrieb auf dem Territorium der USA, besitzt. „Wenn die USA die Einfuhr von saudischem Öl verbieten, dürfte Riad die Raffinerie dann dicht machen. Die Folgen: sinkendes Angebot an Ölprodukten, steigende Benzinpreise und ein Schlag gegen Trump.“

OPEC+-Deal geplatzt

Die Verhandlungen des Ölkartells mit nicht OPEC-Ländern über die Verlängerung des sogenannten OPEC+-Deals waren am 6. März in Wien gescheitert. Die Hauptakteure konnten keine Einigung erzielen: Saudi-Arabien forderte eine weitere Drosselung der Ölproduktion, während Russland die früheren Parameter beibehalten wollte. Nach langem Streit sah sich Moskau gezwungen, aus dem Abkommen auszusteigen, die Ölpreise begannen ihre Talfahrt.

Am vergangenen Mittwoch brach der Preis für WTI-Öl an der NYMEX im Tagesverlauf um 25,6 Prozent auf 20,05 US-Dollar je Barrel (159 Liter) ein – der Tiefstand seit 2002. Am Donnerstag und Freitag wurden gewisse Korrekturen nach oben registriert. Derzeit liegt der durchschnittliche Ölpreis um 45 Prozent unter dem Stand vor dem Platzen des OPEC+-Deals.

am/gs/ta

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