Französische Soldaten am Rande der Stadt Mosul, Irak, im Jahr 2017

Frankreich zieht seine Truppen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus aus dem Irak ab. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der französische Soldaten im Inland zur Eindämmung der Pandemie eingesetzt werden. Die Luftangriffe gegen den Islamischen Staat gehen weiter.

Paris wird alle seine derzeit im Irak stationierten Truppen vorerst abziehen, um die Besorgnis über die Ausbreitung von COVID-19 zu zerstreuen. Das französische Verteidigungsministerium erklärte am Mittwoch:

Frankreich hat die Entscheidung getroffen, bis auf Weiteres sein in der Operation Chammal im Irak eingesetztes Personal zurückzuholen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft sich mit Polizeibeamten während eines Besuchs auf dem Polizeirevier im Bezirk Bourtzwiller in Mulhouse (Symbolbild)

Die Behörde fügte hinzu, dass sich rund 100 Soldaten im Land befänden und dass die Luftangriffe gegen den Islamischen Staat fortgesetzt würden.

Abdul-Karim Khalaf, Sprecher des geschäftsführenden irakischen Premierministers Adil Abdul-Mahdi, sagte der Zeitung Al-Sabah am Mittwoch, dass die französischen Truppen den Irak bereits verlassen hätten.

Seit dem Jahr 2014 umfasste die Operation Chammal des französischen Militärs sowohl den Irak als auch Syrien. Sie zielte angeblich darauf ab, die Ausbreitung des selbsternannten terroristischen Kalifats einzudämmen, Luftangriffe über beiden Ländern zu fliegen und eine begrenzte Anzahl von Bodentruppen in den Irak zu schicken.

In der vergangenen Woche zog bereits das Vereinigte Königreich wegen der Corona-Pandemie vorübergehend Truppen aus dem Irak ab. Lediglich „wichtiges militärisches Personal“ blieb im Land, um die Regierung in Bagdad und die Partner in der Anti-IS-Koalition zu unterstützen.

Das tschechische Militär kündigte am Mittwoch aus dem gleichen Grund den Rückzug seiner Truppen an. Man brachte rund 30 Soldaten, die zuvor irakische Einheiten ausgebildet hatten, nach Hause.

Während der Irak bisher mindestens 346 Fälle von COVID-19 registrierte, zählt Frankreich mehr als 25.000 Infektionen mit mehr als 1.300 Toten. Dies macht Frankreich zu einer der am stärksten betroffenen Nationen Europas. Seit Beginn des Ausbruchs Ende letzten Jahres hat das Virus weltweit mehr als 460.000 Menschen infiziert und über 21.000 getötet, so die Statistik der Johns-Hopkins-Universität.

Der Rückzug der Truppen erfolgt zu einer Zeit, in der Frankreich sein Militär innerhalb seiner eigenen Grenzen einsetzt, um einen Krieg anderer Art, den Krieg gegen das Virus, zu führen. Diesbezüglich kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch den Beginn der „Operation Resilience“ an. Im Rahmen der Mission werden französische Soldaten als Teil einer landesweiten Anstrengung zur Eindämmung der Pandemie eingesetzt und „ganz der Hilfe und Unterstützung der Bevölkerung gewidmet sein“, so Macron.

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