„Wir haben unsere geplante Leistung von 288.000 Tonnen Metall im Jahr leider noch nicht erreicht – uns mangelt es an Strom“, sagt Werkschef Abdulnassir el-Maschan in einem Journalistengespräch.

Wegen des Strommangels werde nur sechs Stunden am Tag gearbeitet, die Jahresproduktion liege bei rund 50.000 Tonnen. „Aber wir hoffen, mit der Zeit die Produktion doch noch aufzustocken“, so der Werksleiter.

„Wir hoffen, dass unser Präsident mithilfe der Armee und unserer russischen Brüder syrische Gebiete befreien wird, damit es bei uns besser läuft.“

Das 1978 erbaute Werk sollte 2010 umfassend modernisiert werden. Doch der Krieg, der 2011 ausbrach, durchkreuzte diese Pläne, die Produktion kam zum Erliegen. Nachdem syrische und russische Soldaten Hama von den Terroristen befreit hatten, wurde das Werk mit indischen Maschinen und Anlagen ausgestattet und begann damit, Altmetall zu verarbeiten.

„Wir liefern nur innerhalb des Landes und können selbst dann den Bedarf nicht decken, denn in Syrien wird in großem Maßstab gebaut.“

„Hier ist sicher“

Das Werk beschäftigt fast 1000 Mitarbeiter, die aus ganz Syrien angereist sind. Auch Flüchtlinge aus Regionen, die noch immer unter Kontrolle der Terroristen stehen, haben hier eine Arbeit gefunden: Etwa 30 Mitarbeiter stammen aus Idlib, der letzten Provinz Syriens, die noch immer nicht ganz von der Regierung kontrolliert wird.

„Vor drei Jahren musste ich mit meiner Familie aus Idlib fliehen, weil die Gruppe Dschebhat al-Nusra* in unsere Provinz einmarschiert war und begonnen hatte, uns das Geld und die Frauen wegzunehmen und zu plündern“, erzählt der Arbeiter Ahmed Schadi, der drei Töchter und einen Sohn hat.

In Hama fühle er sich in Sicherheit und habe einen gut bezahlten Job. Seine Familie sei mit allem Notwendigen versorgt. „Der Staat gibt uns Schutz, versorgt uns mit Lebensmitteln und Medikamenten, wir können ruhig leben und arbeiten.“

Aber auch hier hat der Krieg seine Spuren hinterlassen: In Dächern von Werkhallen klaffen Einschusslöcher. „Man beschoss uns aus Mörsern und Maschinengewehren, drei Arbeiter wurden getötet, vier weitere verletzt“, erklärt Direktor el-Maschan.

Er selbst denkt schon an eine weitere Modernisierung seines Werks. Vor kurzem hätten russische Wirtschaftsvertreter die Produktionsstätte besucht, um über Investitionen und eine Erweiterung der Produktionspalette zu sprechen.

In Hama öffnen unterdessen immer weitere Fabriken ihre Pforten: Bäckereien, eine Fabrik für medizinische Geräte, Ziegelstein- und Baustoffproduktionen haben wieder aufgemacht.

Wiederaufbau in Syrien

Nach Angaben des russischen Zentrums für die Versöhnung der Konfliktparteien sind in Syrien in der letzten Zeit mehr als 950 Bildungs- und etwa 240 medizinische Anstalten wiederaufgebaut, sechs Autobrücken und mehr als 1250 Straßenkilometer instandgesetzt, rund 1150 Kilometer Stromleitungen verlegt, 200 Wasserversorgungsanlagen, 315 Brotbäckereien, 775 Stromwerke und rund 14.450 Industriebetriebe in Betrieb genommen worden.

In 345 Orten werden derzeit insgesamt 2710 Wohnhäuser, 224 Schulen, 176 vorschulische Bildungsanstalten, 241 medizinische Anstalten, 203 Brotbäckereien, 204 Stromwerke, 280 Wasserpumpen und 90 Kulteinrichtungen repariert.

leo/ae

* Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.