„Ungarn war der treueste und letzte Verbündete des deutschen Dritten Reichs. Der Führer sagte oft in Privatgesprächen, er würde lieber Berlin aufgeben, als Ungarn verlieren. Es gab auch eine praktische Überlegung dabei, denn in diesem Land befanden sich viele Militärbetriebe und zwei Quellen von Erdöl, das die Wehrmacht sehr brauchte. Der Verlust dieser Industriegebiete würde eine Niederlage im Krieg bedeuten“, so Buranow.

Der Experte erinnerte daran, dass Ungarn bis zum Letzten gegen die Sowjetunion kämpfen wollte. Deshalb habe die Nazi-Führung des Landes ominöse Befehle erlassen. Beispielsweise wurden alle Männer Ungarns zwischen zwölf und 70 Jahren zum Armeedienst einberufen. Allerdings wurde dieser Befehl in den meisten Fällen nicht befolgt.

„Man kann jedoch nicht sagen, dass alle Ungarn eifrige Nazis waren. Viele entzogen sich dem Armeedienst, ungarische Verbände wechselten vollzählig zu den sowjetischen Truppen“, so der Wissenschaftler.

Buranow erinnerte daran, dass die Truppen der 2. Ukrainischen Front Ende September 1944 unter Führung von Marschall Rodion Malinowski in ungarisches Territorium einzogen und das Land erst am 4. April 1945 vollständig befreiten.

Die sowjetische Armee habe mehrere Großschlachten, darunter bei der Abwehr der Plattenseeoffensive der deutschen Wehrmacht, gewonnen. Die sowjetischen Truppen erstürmten Budapest. Die ungarische Hauptstadt war von einer starken Stadtgarnison verteidigt worden, die größtenteils aus deutschen Einheiten bestand. In Ungarn sind mehr als 200.000 sowjetische Soldaten gefallen.

Der Experte verwies darauf, dass die sowjetischen Truppen dank der Befreiung Ungarns den Weg nach Wien ebneten. Nach der Befreiung Ungarns, wobei ein schwerer Schlag gegen die deutsche Heeresgruppe „Süd“ geführt wurde, konnten die sowjetischen Truppen abschließende Operationen in der Tschechoslowakei, in Ungarn und Österreich durchführen.

ls/ae

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.