Alle gegenwärtig verfügbaren Raketen bei Tempo und Reichweite übertreffen – das ist die Hauptanforderung der japanischen Regierung an den zu entwickelnden Marschflugkörper, schreibt das „MWM“ mit Verweis auf eine Mitteilung, die das japanische Amt für Beschaffung, Technologie und Logistik auf seiner Website veröffentlicht hat.

Ein Scramjet als Triebwerk soll den Marschflugkörper laut dem Magazin zu den extremen Leistungswerten befähigen. Für den Hyperschallgleiter ist ein Feststoffraketentriebwerk vorgesehen: Das Projektil wird auf Hyperschall beschleunigt und geht dann ohne Antrieb (gleitet) mit hohem Tempo ins Ziel.

Als eigentliches Wirkmittel sind für den Marschflugkörper mehrere Gefechtsköpfe zur Bekämpfung von Boden- und Seezielen gefordert – darunter ein Spezialgeschoss zum Aufbrechen von Flugdecks auf Flugzeugträgern. Gefechtsköpfe gegen Bodenziele sind laut dem Magazin als Wuchtprojektile auszulegen. Die Steuerung des Marschflugkörpers und des Gleiters soll satellitengestützt erfolgen. Die Gefechtsköpfe werden zudem mit Funk- und Infrarotsensoren zur Zielsuche bestückt.

Bestimmt sind die neuen Hyperschallwaffen höchstwahrscheinlich für den künftigen schweren Kampfjet der japanischen Luftwaffe: den X-3. Dieses schwere Mehrzweckkampfflugzeug soll die japanischen X-2-Fighter ersetzen – das derzeit einzige Flugzeug der japanischen Luftwaffe, das mit Marschflugkörpern bestückt werden kann.

Die geplanten Hyperschallwaffen sind eindeutig als große Herausforderung für die Flugabwehr Russlands und Chinas zu verstehen, schreibt „MWM“. Auch für die Flugabwehrsysteme, die plangemäß ab Mitte der 2020er Jahre auf den Kampfschiffen dieser Länder zum Einsatz kommen sollen.

Laut dem Magazin sind Russland und China gegenwärtig führend bei Hyperschalltechnologien. Russland führt seit 2018 die Kinschal-Rakete (Ch-47M2) bei seinen Luftstreitkräften und die Zirkon-Rakete bei seiner Marine ein. China verfügt über den Marschflugkörper DF-17 zur Bekämpfung von Bodenzielen.

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