„Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“

Das Gesetz hat den Bundesrat passiert und tritt rückwirkend zum 1. 1. 2007 in Kraft. Das Spendenrecht wird zukünftig großzügiger geregelt und Ihr Engagement stärker als bisher vom Staat „belohnt“. Die größten Verbesserungen betreffen das Stiftungsrecht. Immer mehr Menschen haben das Bedürfnis etwas Bleibendes zu hinterlassen und gründen eine Stiftung unter dem Dach einer Gemeinschaftsstiftung oder eine selbstständige Stiftung.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
Die Bestimmungen treten rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft.

Spenden

Spenden und Mitgliedsbeiträge können bis zu 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Die Unterscheidung der Abzugsfähigkeit zwischen Mildtätigkeit und Gemeinnützigkeit wird aufgehoben. Nicht abziehbar sind Mitgliedsbeiträge beim Sport, bei kulturellen Freizeitaktivitäten, Heimatpflege sowie Freizeitzwecke wie zum Beispiel Förderung der Tierzucht, Förderung der Pflanzenzucht sowie Förderung des traditionellen Brauchtums.
Zukünftig reicht für Spenden bis zu 200 Euro der Bankbeleg als Nachweis. Eine Zuwendungsbestätigung „Spendenquittung“ für die Steuer ist erst bei Beträgen über 200 Euro notwendig. Dies entlastet die Hilfswerke von Verwaltungstätigkeiten.
Bei Unternehmen können alternativ vier Promille der Summe aus Umsatz sowie Löhne und Gehälter als Sonderausgaben abgezogen werden.
Sofern eine Spende in einem Jahr den Höchstbetrag übersteigt oder die Zuwendung nicht berücksichtigt werden kann, ist die Spende zeitlich unbegrenzt vortragsfähig und kann in einer nachfolgenden Steuerveranlagung berücksichtigt werden.

Ehrenamt

Auch das ehrenamtliche Engagement findet vermehrt gesetzgeberische Unterstützung. So wurde die so genannte Übungsleiterpauschale für Übungsleiter, Erzieher oder Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten auf jährlich 2.100 Euro angehoben.
Eine steuerfreie Aufwandspauschale wird eingeführt für alle nebenberufliche Tätigen im gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Bereich in Höhe von 500 Euro, wenn die Aufwendung nicht schon nach § 3 Nr. 12 oder § 3 Nr. 26 EStG begünstigt wird. Der Freibetrag gilt voraussichtlich pro Person und Jahr nur einmal, auch wenn mehrere ehrenamtlichen Tätigkeiten ausgeübt werden. Klärungsbedürftig ist noch, ob und ab welchem Zeitpunkt die steuerfreie Aufwandspauschale auch sozialversicherungsfrei ist.

Stiftungsrecht

Die größten Verbesserungen betreffen das Stiftungsrecht. Der Gesetzgeber hat hier die Freibeträge verdreifacht. Mit dem neuen Recht können zum Beispiel Zustifungen in den Kapitalstock einer Stiftung im Zehnjahreszeitraum mit bis zu 1 Mio. Euro steuerlich abgesetzt werden. Zusätzlich können jährlich 20 % der Einkünfte geltend gemacht werden. Die alte Großspender-Regel, nach der Einzelzuweisungen über 20.450 Euro für mildtätige, kulturelle oder wissenschaftliche Zwecke über dem Freibetrag liegen konnten, wird zukünftig wegfallen. Auf Antrag des Steuerpflichtigen kann das alte Recht letztmalig im Jahr 2007 angewendet werden.

Beratung

Möchten Sie wissen, was die Regelungen individuell für Sie bedeuten, dann kontaktieren Sie bitte einen Steuerberater. Denn diese Informationen ersetzen nicht die individuelle Rechtsberatung.
Gerne steht Ihnen Herr Peter Wagener, Tel. 030-66633-1044, E-Mail: p.wagener@caritas-berlin.de für ein Beratungsgespräch zum Thema Stiftungen zur Verfügung.
Berlin, Dezember 2014