Insgesamt sollen neun russische Flugzeuge Fachleute und Ausrüstungen zur Bekämpfung der Pandemie zum italienischen Luftwaffenstützpunkt  „Practica di Mare“ bringen, wo sie vom italienischen Außenminister Luigi di Maio persönlich empfangen werden.

Diese Hilfeleistung blieb nicht unbemerkt. Viele Italiener bedankten sich dafür unter einem Twitter-Beitrag der russischen Botschaft in Italien. Neben Dank gab es auch viel Frust über das Verhalten der EU.

„Danke sehr, wie lieben euch“, schrieb ein Italiener. Auch der nächste Nutzer äußerte seinen Dank: „Herzlichen Dank an Russland und das russische Volk. Wahre Freunde erkennt man in der Not. Wir werden nicht vergessen, wer uns geholfen hat und wer nicht.“

Ähnlich auch der nächste Kommentar: „Danke, russische Freunde. Wir werden das nicht vergessen. Wir sind ein Volk, das niemals diejenigen vergisst, die uns geholfen haben.“

Politisch wurde es beim nächsten Nutzer: 

„Das kommunistische China und Kuba haben uns geholfen. Auch das konservative und autoritäre Russland. Mit einer konkreten Hilfeleistung: Atemschutzgeräte, Ausrüstung und vor allem Sanitäter. Gibt es Neuigkeiten von der liberalen Demokratie?“

„Russland hat für uns viel mehr getan als die Europäische Union, die nur ein großer Name ist und sonst nichts“, kritisierte ein weiterer Twitter-Nutzer.

Ein anderer Italiener bedachte die Nato: „Danke, klasse! Das ist viel besser als 30.000 US-Soldaten ohne Mundschutz, die zum  Nato-Großmanöver „Defender Europe 2020“  hergekommen sind. Haben wir noch immer nicht geklärt, vor wem wir uns in Acht nehmen sollten? Danke Russland, Danke Putin.“

Einige nutzten die Gelegenheit und entschuldigten sich bei Russland für die Sanktionen, die die EU gegen Moskau verhängt hat.

„Das sind unsere Freunde und wir begegnen ihnen mit Sanktionen, Schande!“, so der Kommentar. Ein weiterer Nutzer schrieb: „Und wir verhängen noch gegen euch Sanktionen! Wir kennen überhaupt keine Scham.“  

Putin schickt Hilfe nach Italien

Am Samstag hatten der russische Präsident Wladimir Putin und der italienische Premierminister Giuseppe Conte in einem Telefongespräch die Situation um die Coronavirus-Pandemie sowie die Maßnahmen zur Bekämpfung ihrer Ausbreitung besprochen.

„Es wurde vereinbart, im Kampf gegen den Coronavirus eng zusammenzuarbeiten. Auf Bitten der italienischen Seite bestätigte der russische Präsident die Bereitschaft, die notwendige Hilfe operativ zu leisten, und erläuterte die konkreten Parameter dieser Hilfe“, so der Kreml-Pressedient.

Russland werde wegen der dramatischen Lage in Italien unter anderem Schutzausrüstungen, mobile Versorgungsstationen und Mittel für eine großflächige Desinfektion von Verkehrsmitteln und Gebieten bereitstellen.

Neben medizinischer und anderer Ausrüstung sollen auch acht Brigaden russischer Virologen in die italienischen Gebiete entsendet werden, die vom Coronavirus am meisten betroffen sind, hieß es.

In Italien sind inzwischen mehr als 53.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 4827 Menschen sind daran gestorben.

mka/gs

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.