Die Instanz gab somit der Forderung der Staatsanwaltschaft statt und wies die Bitte der Verteidigung ab, den 30-Jährigen für unzurechnungsfähig zu erklären und ihn von der Todesstrafe zu befreien.

Das Verbrechen wurde im Juli 2016 in der Stadt Sagamihara (Präfektur Kanagawa) begangen. Uematsu hat in der dortigen Behindertenanstalt, wo sich 150 Insassen im Alter von 18 bis 75 Jahren aufhielten, 19 Menschen getötet und 20 weitere verletzt.

Der Täter hatte bis dahin knapp drei Jahre in der Anstalt gearbeitet und wenige Monate vor der Tat seinen Job gekündigt. Seinen Worten zufolge habe Uematsu die Patienten mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten nicht für Menschen gehalten und gewollt, dass sie von ihren Leiden erlöst würden. Außerdem wurde bekannt, dass der Angeklagte Drogen konsumierte hatte.

Während der ersten Gerichtsverhandlung hatte Uematsu gewütet und versucht, sich etwas in den Mund zu legen, wurde jedoch von Gerichtsaufsehern daran gehindert. Er gestand später seine Schuld und bereute seine Tat.

Nach Angaben des Fernsehsenders hat sich Uematsu während des Gerichtsprozesses beleidigend über Behinderte und andere Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten geäußert.

In Japan werden Todesstrafen durch Erhängen vollstreckt. Der jeweilige Todeskandidat erfährt den genauen Zeitpunkt der Hinrichtung erst am Morgen des Termintages, auf den er jahrelang gewartet hat.

Im August 2019 wurde berichtet, dass in Japan erstmals seit Dezember 2018 zwei Verbrecher hingerichtet wurden. Die 64 bzw. 50 Jahre alten Männer sollen im Jahr 2004 mehrere Raubüberfälle und Morde begangen haben.

ls/mt

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