Liveübertragung: Mittwoch, 25. März, 16.30 Uhr

Auf die Einrichtung einer jüdischen Militärseelsorge innerhalb der Bundeswehr zielt der Gesetzentwurf der Bundesregierung „zu dem Vertrag vom 20. Dezember 2019 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden in Deutschland – Körperschaft des Öffentlichen Rechts – zur Regelung der jüdischen Militärseelsorge“ ab, der am Mittwoch, 25. März 2020, in erster Lesung beraten wird. Der Entwurf soll im Anschluss an die halbstündige Debatte zur weiteren Beratung an den Verteidigungsausschuss überwiesen werden.

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr würden schon seit 1957 durch evangelische und katholische Militärseelsorger betreut, teilt die Regierung mit. Bisher gebe es jedoch noch keine jüdische Militärseelsorge. Das solle sich ändern, damit der gewachsenen Vielfalt und der weltanschaulichen Neutralität der Bundeswehr Rechnung getragen werde.

Militärseelsorger stehen Soldaten beratend zur Seite

Soldaten und Soldatinnen sind laut Bundesregierung vor allem bei Einsätzen im Ausland besonderen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt, „unter Einsatz von Gesundheit und Leben“. Auch bei ihrem täglichen Dienst im Inland sei der Zugang zu religiösen Gemeinden am Dienst- und Wohnort aufgrund der besonderen Anforderung ihres Dienstes erschwert. Die Militärseelsorger stünden den Soldatinnen und Soldaten beratend zur Seite.

Gerade in der beruflich geschuldeten Konfrontation mit der Endlichkeit der eigenen Existenz sowie in Fragen der Ausübung der eigenen Religion könne das bisherige Seelsorgeangebot nicht in allen Fällen das Bedürfnis der jüdischen Soldatinnen und Soldaten erfüllen, urteilt die Bundesregierung. Bürger jüdischen Glaubens sollten Teil der Bundeswehr sein, „um auch den sozialen Zusammenhalt in einer offenen Gesellschaft zu stärken“. (hau/16.03.2020)

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