„Es gibt sieben, acht Länder, die anpacken wollen“, sagte der luxemburgische Einwanderungsminister Jean Asselborn vor einem Treffen mit seinen Amtskollegen am Freitag in Brüssel.

Luxemburg wolle auf diese Weise helfen. Andere Länder sollen hingegen eine Aufnahme junger Menschen, die ohne ihre Eltern unter teilweise schwierigsten Bedingungen derzeit in Griechenland leben, strikt ablehnen.

„Die Niederlande sind bereit, Griechenland jede Unterstützung zu geben, die es braucht“, sagte die niederländische Migrationsministerin Ankie Broekers-Knol. „Aber wir sind nicht bereit, Kinder zu übernehmen.“

Der Luxemburger Asselborn warb hingegen erneut für die Übernahme der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge.

„Ich glaube, dass wir Griechenland damit auch helfen können“, sagte der Minister. „Ich hoffe nur, dass mit dem Virus nicht wieder alles gestoppt ist.“

Auf den griechischen Inseln würden etwa 1000 Kinder in „sehr prekären Situationen“ leben, sagte Asselborn. In ganz Griechenland seien es ungefähr 5000. Neben Luxemburg sind Deutschland, Frankreich, Finnland und andere EU-Staaten zur Übernahme der Betroffenen bereit.

Koalitionsbeschluss zur Flüchtlingsaufnahme

Die Union und die SPD beschlossen am Montag, schutzbedürftige Kinder von den griechischen Inseln aufzunehmen. Laut dem Koalitionsbeschluss handelt es sich um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind.

Auf europäischer Ebene werde derzeit verhandelt, um in einer „Koalition der Willigen” die Übernahme dieser Kinder zu organisieren. „In diesem Rahmen steht Deutschland bereit, einen angemessenen Anteil zu übernehmen”, teilte die Koalition mit.

Zudem habe Deutschland als eine weitere humanitäre Hilfe 125 Millionen Euro für die syrische Provinz Idlib zur Verfügung gestellt. Dort müsse dringend benötigte humanitäre Hilfe hingebracht werden, hieß es in dem Beschluss.

mka/gs/dpa

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.