Der langjährige Star des Staatsballetts Berlin Polina Semionova ist einem breiten Publikum bekannt, spätestens seit sie in Herbert Grönemeyers Musikvideo „Demo“ (Letzter Tag) auftrat. Ob es der „Sterbende Schwan“ war, die Rolle der Tempeltänzerin Nikiya im Ballett „La Bayadere“ ist oder im Mai zeitgenössische Choreographien von Alexander Ekman und Sharon Eyal sind – die Tänzerin begeistert auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Ensemble als Gastsolotänzerin die Ballettliebhaber. 

Zwangspause und Dankeschön

Wegen des Coronavirus und geschlossener Bühnen in die Zwangspause geschickt, meldet sich Polina Semionova regelmäßig per Instagram-Stories – etwa mit Trainingseinheiten aus ihrer Wohnung in Berlin. Nun hat die Russin den Pflegern und Ärzten, dem medizinischen Personal, welches im Einsatz gegen COVID-19 ist, einen besonderen Auftritt gewidmet und ihn „Kleiner Tanz für die Helden“ genannt.

Weltweite Reaktionen im Netz

„Das ist das größte Geschenk und die höchste Anerkennung, die Sie in ihrem Tanz für uns ausgedrückt haben. Ich bin zutiefst berührt, habe Tränen in den Augen und fühle mich zum ersten Mal verstanden. Danke! Danke für vollendete Schönheit, Anmut, Grazie und einen wundervollen Menschen!“, so die Reaktion einer Krankenschwester der Nachtschicht. Eine Sympathiewelle hat sich ausgebreitet – weltweit.

Engagements und Zukunftspläne

Dabei sei sie eigentlich ein sehr zurückgezogener Mensch, erzählt die mit dem Ballett-Oscar „Prix Benois de la danse“ ausgezeichnete Künstlerin jüngst im Gespräch mit Sputnik. Sie lebe mit ihrem Mann Mehmet Yümak, ebenfalls Tänzer, und ihrem mittlerweile dreijährigen Sohn Adrian in Berlin.

Die Selbständigkeit gestatte es ihr nach einem über viele Jahre dauernden Engagement beim Staatsballett Berlin auf deutschen Bühnen, aber auch in Italien oder Russland zu tanzen, etliche Jahre war sie beim American Ballet in New York. Das Leben als Tänzer ist das eines Leistungssportlers, sehr herausfordernd und die Karrieredauer ist begrenzt. Darüber mache sie sich auch Gedanken. Doch sie sei sehr naturverbunden und die Familie bedeute ihr alles – daraus schöpfe sie immense Kraft:

„Sicher wird meine Zukunft immer mit Ballett zu tun haben. Angesichts dessen, welche Aufwand Tänzer unternehmen kann man diesen bedeutsamen Bestandteil der Lebenszeit nicht einfach beiseite schieben und sein lassen.“  

Lesen Sie das gesamte Interview mit Polina Semionova zu den Herausforderungen, vor denen Weltklassetänzer wie sie stehen in den kommenden Tagen.

Polina Semionova bei den Proben zu La Bayadere für das Staatsballett Berlin:

ba

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.