Die Bundesregierung bezahle 22 Millionen Euro für die Bereitstellung von Tankanlagen, Internetverbindungen und Übernachtungsmöglichkeiten für US-Soldaten, erklärte Kathrin Vogler, Friedenspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Bundestag, unter Berufung auf Angaben aus dem Verteidigungsministerium.

Dazu kämen sechs Millionen Euro für die unmittelbare Beteiligung deutscher Soldaten an der Übung.

„Die Manöverschäden sind dabei noch gar nicht eingepreist. Wir werden genau darauf achten, ob der Leistungsempfänger Pentagon tatsächlich angemessen zur Refinanzierung herangezogen wird“, kündigte Vogler an.

Sie forderte, die Übung auch wegen der Corona-Krise sofort zu stoppen.

„Wenn der Bundesregierung die Sicherheit und Gesundheit der Menschen wirklich wichtig ist, dann darf sie es nicht länger zulassen, dass fast 40.000 Soldaten durch Deutschland in Richtung der russischen Westgrenzen marschieren und den Krieg proben, während alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ressourcen dafür gebraucht werden, die Corona-Krise zu bewältigen“, so Vogler.

Coronavirus bremst Mega-Übung aus

Wegen der Ausweitung des Coronavirus haben die USA ihre Pläne für eine weitere Verlegung von Soldaten für „Defender Europe 20“ bereits zurückgefahren. Laut Sputnik-Informationen sollen über die rund 5500 US-Soldaten hinaus, die bereits in Europa sind, keine weiteren Truppen nach Europa verlegt werden. Auch weiteres Material werde nicht angelandet, teilte die zuständige Streitkräftebasis der Bundeswehr mit.

Eigentlich sollten 37.000 Soldaten aus mehreren Nato-Staaten an dem US-Manöver, dem größten in Europa seit 25 Jahren, teilnehmen. Schiffe mit Panzern und anderen Militärfahrzeugen waren in den vergangenen Tagen in Bremerhaven und anderen Häfen angekommen. Seitdem rollen Züge mit Panzern und Konvois mit Militärfahrzeugen durch die Lausitz Richtung Polen und Baltikum.

leo/ae/dpa/sna

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