Wie der Vorstandschef des MDax-Konzerns am Freitag auf einer virtuellen Luftverkehrskonferenz mitteilte, seien die Tests der Schlüssel zur Wiedereröffnung zahlreicher Strecken. Ohne diese Tests werde der Transatlantik-Verkehr nicht in Schwung kommen.

Mit den Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug sollen wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken möglich werden. Negative Testergebnisse müssten die Passagiere dabei von den geltenden Einreiseverboten befreien. Dabei kündigte Spohr die ersten Flüge unter solchen Bedingungen schon in diesem Jahr an – ein testbasiertes Verbindungsnetzwerk werde voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2021 entstehen.

Lufthansa will die Tests voraussichtlich nicht mit eigenem Personal durchführen. Schon bislang hat das Unternehmen bei den freiwilligen Tests am Frankfurter Flughafen auf die Dienste des Anbieters Centogene zurückgegriffen. Denkbar ist auch eine Verlagerung der Kosten auf die Passagiere.

Weitere Job-Streichungen bei Lufthansa angekündigt

Spohr bestätigte einem Unternehmenssprecher zufolge zudem die Dimension des anstehenden Stellenabbaus. Lufthansa hatte am Montag bekannt gegeben, dauerhaft weitere 50 zu bereits vorher genannten 100 Jets dauerhaft stillzulegen. Das könnte die Streichung weiterer rund 5.000 Stellen bedeuten, zusätzlich zu 22.000 bereits genannten.

Mit der Entscheidung erhöhte sich auch die Zahl der überzähligen Piloten. Allein bei der Muttergesellschaft Lufthansa stehen 1.100 von rund 5.000 Pilotenposten vor dem Aus, wie ein Sprecher entsprechende Informationen des Nachrichten-Magazins „Der Spiegel“ bestätigte.

Mit den Gewerkschaften geht der Streit um den Stellenabbau weiter. Die Kabinengewerkschaft Ufo sagte am Freitag einen für Montag geplanten „strategischen Dialog“ mit dem Unternehmen und den beiden anderen Tarifpartnern Verdi und Vereinigung Cockpit ab. Man fühle sich als Feigenblatt einer angeblich funktionierenden Sozialpartnerschaft missbraucht, erklärte dazu Ufo-Chef Daniel Flohr.

Die Flugbegleiter hatten im Juni als bislang einzige Berufsgruppe einen langfristigen Sanierungs-Tarifvertrag geschlossen, sind seitdem aber bei der konkreten Umsetzung nicht vorangekommen.

„Es gibt keine Bereitschaft, gemeinsame Strategien zu entwickeln. Wortbruch gegenüber Germanwings und SunExpress mit hartem Stellenabbau sind Ausdruck für das Gegenteil von verantwortlichem und partnerschaftlichem Vorgehen“, warf Flohr dem Lufthansa-Management vor.

ac/mt/dpa

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