Laut der Pressesprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums, Schuschan Stepanjan, wurden bei den Gefechten zehn Einheiten Militärtechnik vernichtet.  

Zuvor veröffentlichte das armenische Verteidigungsministerium Aufnahmen von einer Kolonne aserbaidschanischer Militärtechnik, welche unter Beschuss geraten war. Nach Angaben der armenischen Seite wurden dabei etwa 30 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge außer Gefecht gesetzt. Zudem soll die Verteidigungsarmee von Bergkarabach elf aserbaidschanische Militärfahrzeuge in ihren Besitz gebracht haben.

Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums wurden die am Sonntag begonnenen Kämpfe auch in der Nacht auf Montag „mit unterschiedlicher Intensität“ fortgesetzt. Seit dem frühen Montagmorgen habe Aserbaidschan seine Offensive wieder aufgenommen und dabei Artillerie und Panzertechnik eingesetzt. Das armenische Militär halte die Offensive zurück, „indem es dem Gegner erhebliche Verluste an Personal und Ausrüstung zufügt“, teilte die Sprecherin des Ministeriums, Schuschan Stepanjan, mit.

Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote zu beklagen.

Erdogan stellt sich hinter Aserbaidschan  

Russland hat inzwischen beide Seiten dazu aufgerufen, das Feuer einzustellen und zu Verhandlungen überzugehen. Zudem soll der russische Präsident mit dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan am vergangenen Sonntag ein Telefonat geführt und Schritte zur Einstellung der Kampfhandlungen besprochen haben. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu sollen in einem Telefongespräch über die Lage in Bergkarabach beraten haben.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wiederum sprach in dem Zusammenhang von einer „Okkupation“ des Territoriums Aserbaidschans durch Armenien. Das Land sei nun gezwungen gewesen, dieses Problem selbst zu lösen, betonte Erdogan. In dieser Hinsicht hätten Vermittlerstaaten wie Russland, Frankreich und die USA versagt, so Erdogan weiter. 

mka/gs

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