„Jeder Einzelne ist aufgefordert, sich einzuschalten, wenn Gewalt droht oder gar geschieht“, erklärte die Kanzlerin am Samstag in ihrem wöchentlichen Podcast.

Die Täter müssten wissen, dass sie dafür bestraft würden, und die Betroffenen sollten wissen, wo sie Unterstützung bekommen.

In Deutschland gebe es rund 350 Frauenhäuser sowie Wohnungen, die Zuflucht böten. Die Bundesregierung setze sich international für Verhinderung und Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen sowie dafür ein, dass den Betroffenen Schutz geboten werde. Dies gelte nicht nur am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der am kommenden Mittwoch begangen wird, so Merkel.

„Wir dürfen niemals wegschauen, wenn Mädchen oder Frauen Gewalt angedroht oder gar angetan wird“, betonte die Bundeskanzlerin.

Mehr Schutzbedürftige seit Pandemiebeginn

Seit Beginn der Corona-Krise soll es bundesweit deutlich mehr Hilferufe schutzsuchender Frauen gegeben haben. Mancherorts gebe es kaum noch freie Plätze. Experten gehen davon aus, dass sich durch die räumliche Nähe aufgrund der Kontaktbeschränkungen bereits vorhandene Spannungen verschärfen.

„Für viele Frauen und Kinder kann sich das Zuhause in einen Ort voller Schrecken und Brutalität verwandeln. Die Situation wird sich im Fall einer Isolierung und strenger Quarantäne wegen der Covid-19-Pandemie noch mehr verschlimmern“, erklärte zuvor Dubravka Šimonović, UN- Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen.

Beim Hilfetelefon „Nummer gegen Kummer” gebe es auch einen Anstieg der Anrufe um mehr als 20 Prozent, sagte die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zuvor gegenüber „Zeit Online”.

aa/mt/dpa

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