Migrantencamp Moria auf der griechischen Lesbos ist hoffnungslos mit Menschen überfüllt (Bild vom 16. März).

Griechische Behörden haben Sorge vor einem Corona-Ausbruch bei Migranten auf den Inseln, die auf engstem Raum ausharren. Um das Einschleppen des Virus in die Lager zu verhindern, wurde jetzt der Zutritt verboten und von den Menschen gefordert, diese nicht mehr zu verlassen.

Aus Angst vor einem Ausbruch der Corona-Pandemie in den völlig überfüllten Lagern zur Registrierung von Migranten hat Griechenland erste Vorsichtsmaßnahmen verhängt. In allen Lagern auf den griechischen Inseln und auf dem Festland sind Besuche seit Dienstag für zunächst 14 Tage verboten. Alle Neuankömmlinge werden auf Beschluss der Regierung in Athen gesundheitlich untersucht. Die Anlagen sollen ab sofort täglich desinfiziert werden.

Zudem wird der Unterricht in den Schulen für Migrantenkinder eingestellt, wie die Regierung mitteilte. Dies gilt auch für Sport und Bibliotheken in den Lagern und in deren Nähe. Die Migranten wurden aufgerufen, ihre Bewegungen so weit wie möglich einzuschränken. Das Essen soll in kleineren Gruppen verteilt werden. Zudem sollen in den Camps Isolierstationen in Betrieb genommen werden.

Humanitäre Organisationen hatten in den vergangenen Tagen vor einem Ausbruch von Erkrankungen durch das Corona-Virus in den heillos überfüllten Camps gewarnt. „Es ist nur eine Frage der Zeit“, sagte Dimitris Patestos, Chef der Niederlassung der Organisation Ärzte der Welt auf der Insel Lesbos, gegenüber dpa. Der Ausbruch der Epidemie würde unkontrollierbare Folgen mit sich bringen. Allein auf der Insel Lesbos harren im und um das Lager von Moria derzeit mehr als 19.000 Menschen auf engstem Raum aus, denn eigentlich liegt die Aufnahmekapazität bei knapp 3.000.

Ob von dieser Maßnahme auch die Pläne der Bundesregierung und sieben weiterer Länder einer „Koalition der Willigen“ betroffen sind, rund 1.600 unbegleitete Minderjährige aufzunehmen, bleibt derzeit noch unklar.

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(rt/dpa)

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