Laut Macron sei die jetzige Krise ein „Moment der Wahrheit“ für Europa, wobei die reicheren Länder eine besondere Verantwortung hätten.

„Wir brauchen Finanztransfers und Solidarität, und sei es nur, damit Europa durchhält“, sagte Macron gegenüber der Zeitung „Financial Times“.

Er warnte auch davor, dass Populisten in Italien, Spanien und vielleicht Frankreich von der fehlenden Solidarität profitieren könnten. Laut Macron gehe es nun darum, zu entscheiden, ob die Europäische Union ein politisches Projekt oder nur ein Marktprojekt sei. Er selbst glaubt aber, dass die EU doch ein politisches Projekt sei.

Macron betonte auch, dass die Corona-Krise auch den Kampf gegen den Klimawandel nachhaltig verändern werde.

„Wenn wir aus dieser Krise herauskommen, werden die Menschen nicht länger akzeptieren, schmutzige Luft einzuatmen“, sagte der französische Präsident.

Auf die Frage, ob die Corona-Krise nicht die Schwächen westlicher Demokratien und die Vorteile autoritärer Regierungen wie China offenbart hätte, betonte Macron die Unterschiede zwischen Ländern, in denen Informationen frei fließen, und solchen, in denen die Wahrheit unterdrückt werde.

„Angesichts dieser Unterschiede, der getroffenen Entscheidungen und dessen, was China heute ist, was ich respektiere, sollten wir nicht so naiv sein und sagen, dass es viel besser damit umgegangen ist. Es sind eindeutig Dinge geschehen, von denen wir nichts wissen“, schloss er.

Coronavirus-Pandemie

Das Virus Sars-CoV-2 wurde erstmals Ende Dezember in China entdeckt und breitete sich innerhalb von wenigen Monaten über den Globus aus. Das Epizentrum der neuartigen Krankheit war die Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei. Am 11. März stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch der Infektion als Pandemie ein.

Weltweit haben sich laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Über 141.000 Menschen sind gestorben.

In Frankreich zählt man momentan 141.900 Corona-Infizierte. Davon sind 17.941 Patienten gestorben.

ac/mt/dpa

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