Das Boot fuhr demnach unter kroatischer Flagge mit serbischer Besatzung und wurde am Freitagabend in internationalen Gewässern nahe der montenegrinischen Küste aufgespürt. Untersuchungen seien eingeleitet worden.

Bei den Passagieren handelt es sich laut dem Portal Novosti um Kurden. Sie seien mit dem gemieteten Boot aus Budva ausgelaufen und sollten allem Anschein nach über das offene Meer nach Italien gelangen.

Migration auf dem Balkan

Montenegro liegt auf einem eher wenig frequentierten Nebenpfad der sogenannten Balkanroute. Flüchtlinge können von dort über Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slowenien nach Mitteleuropa gelangen, insofern sie die mehr oder weniger gut bewachten Grenzen auf Schleichwegen überwinden.

Die Route ist inzwischen schwer passierbar. Nach den großen Flüchtlingswanderungen im Jahr 2015 haben die südosteuropäischen Länder ihren Grenzschutz stark ausgebaut. Ungarn errichtete nahezu an seiner gesamten Grenze zu Serbien und Kroatien einen Zaun mit Warmbildkameras und Warnvorrichtungen. Seitdem haben sich die Fluchtrouten nach Westeuropa geografisch weit aufgefächert.

Gelegentlich ist auch von Schlepperfahrten von der türkischen oder tunesischen Küste nach Italien zu hören. Als „Kunden“ kommen dafür aber nur wohlbetuchte Menschen in Frage, weil sich die Schlepper den Aufwand teuer bezahlen lassen. Ein Europol-Bericht aus dem Jahr 2017 nannte einen Preis von 6000 Euro pro Person. Überfahrten in derartigen Jachten sind zugleich sicherer, die Schiffe werden in der Regel von professionellen Besatzungen gesteuert.

mo/mt/dpa

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