Menschen stehen Schlange vor einem Lebensmittelladen in Santa Monica, nachdem im US-Bundesstaat Kalifornien aufgrund der Corona-Virus-Ausbreitung eine Ausgangssperre verhängt wurde

Da in den meisten US-Bundesstaaten Ausgangsperren zur Eindämmung des Corona-Virus gelten, haben die pandemiebedingten Einschränkungen die tägliche US-Produktion bereits um 29 Prozent reduziert, warnt Moody’s Analytics in einer Studie.

Das volle Ausmaß der wirtschaftlichen Katastrophe, die durch die fast landesweite Schließung von Unternehmen in verschiedenen Branchen verursacht wird, wird erst in einigen Jahren zu sehen. Erste Schätzungen liegen jedoch bereits vor – und das Bild ist recht düster.

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Laut der Moody’s-Studie, die durchgeführt wurde, nachdem 41 US-Bundesstaaten nicht-essentielle Unternehmen schlossen, verlor allein Kalifornien 2,8 Milliarden US-Dollar pro Tag, was mehr als 31,5 Prozent des täglichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) des US-Bundesstaates entspricht.

Der Produktionsrückgang in 15 weiteren US-Bundesstaaten, die für fast 70 Prozent des gesamten täglichen BIP der USA verantwortlich sind, beträgt 12,5 Milliarden US-Dollar. Weitere 30 US-Bundesstaaten verlieren zusammen mit Washington DC insgesamt 4,9 Milliarden US-Dollar des täglichen BIP.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Virus-Krise sind nach Angaben der Ratingagentur bereits jetzt schwerwiegender als die Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001. Als Ergebnis des dreiwöchigen von der Regierung verordneten Lockdowns sank die Produktion in den USA um rund 350 Milliarden US-Dollar, während sich die US-Produktion nach den Angriffen vom 11. September um schätzungsweise 111 Milliarden US-Dollar verringerte. Moody’s Chefökonom Mark Zandi sagte gegenüber dem Wall Street Journal:

Es ist, als ob Indiana für ein ganzes Jahr verschwinden würde.

Dies ist eine Naturkatastrophe. Es gibt nichts in der Großen Depression, das mit dem vergleichbar ist, was wir jetzt erleben.

Sollte der Niedergang andauern, könne er dem Land 75 Prozent des jährlichen BIP kosten, so Zandi. Der Stratege glaubt jedoch nicht, dass die Situation lange anhalten wird und erwartet, dass sich die Lage vor Ende des zweiten Quartals verbessert. Der Analyst sagt voraus, dass viele US-Bundesstaaten ihre Maßnahmen noch vor dem Sommer wieder aufheben werden.

Am Sonntag verzeichneten die USA mehr als 310.000 COVID-19-Infektionen, was rund 25 Prozent der Gesamtzahl der Fälle weltweit darstellt, so die Statistik der Johns-Hopkins-Universität.

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