„Es war erstaunlich, dass sich in den Wochen danach niemand mehr vom DFB gemeldet hat, um zu fragen, wie meine Erfahrungen mit dem Ordnungsdienst waren“, sagte der 46-Jährige knapp ein Jahr nach den Beschimpfungen von Leroy Sané und Ilkay Gündogan durch Zuschauer bei der Partie gegen Serbien in Wolfsburg. „Da wurden die Hände schon in den Schoß gelegt.“

Dass der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau die Vorfälle zudem zunächst als „Einzelfälle“ bezeichnet hätte, sei „schon eher dürftig“ gewesen. Diese Äußerung hatte der Ex-Profi später bedauert.

Später sei er selbst aber zum Fachtag Antidiskriminierung und Vielfalt von DFB und Deutscher Fußball Liga im vergangenen Februar eingeladen worden, um dort darüber zu sprechen, betonte Voigt.

„Es gibt viele Menschen im deutschen Fußball, die sich mit viel Leidenschaft und Herzblut einsetzen, dass es besser wird und die Gefahr der Unterwanderung von rechts abgewendet werden kann“, sagte Voigt über seine Erfahrungen. „Es gab bei der Fachtagung die Kritik, dass vom DFB zu wenig getan wird zur Unterstützung. Dort muss der DFB ansetzen.“

Rassismus-Eklat beim Spiel gegen Serbien

Im März 2019 war es bei dem Fußballspiel zwischen der deutschen und der serbischen Nationalmannschaften zu rassistischen Ausschreitungen gegen einige Spieler der deutschen Nationalelf, darunter Sané und Gündogan, gekommen.

Voigt veröffentlichte in den sozialen Netzwerken ein Video, in dem er über diese Beleidigungen berichtete. Er schilderte dabei emotional, wie drei Männer die beiden Nationalspieler wiederholt rassistisch beleidigt hätten. Gegen einen Mann wurde ein Strafbefehl von 2400 Euro gestellt, weil er „Sieg Heil“skandiert hatte. Zwei weitere gingen straffrei aus. Die drei Männer hatten eingeräumt, einige Spieler, darunter Sané und Gündogan, als „Neger“, „Bimbo“ oder „Türke“ betitelt zu haben.

Die Beleidigungen reichten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft jedoch nicht für ein Verfahren wegen Volksverhetzung aus.

asch/ip/dpa

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