Der US-Konzern Amazon stellte nach zahlreichen Forderungen den Verkauf der meisten Bücher und Hetzschriften aus der NS-Zeit ein, darunter auch „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Die wissenschaftliche Ausgabe bleibt weiterhin erhältlich.

Amazon hat den Verkauf von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ und anderer NS-Propagandabücher nach jahrzehntelangen Kampagnen von Holocaust-Gedenkorganisationen verboten. Buchhändler wurden in den letzten Tagen über das Verbot informiert. Auch E-Book-Versionen von „Mein Kampf“, die bislang erhältlich waren, wurden von der Webseite entfernt. Die Hetzschrift verstoße laut Amazon gegen den Verhaltenskodex der Plattform. In Deutschland war der Verkauf entsprechender Bücher bereits verboten.

Die englischsprachige Autorenseite über Hitler ist ebenfalls nicht mehr erreichbar. Außerdem verboten ist ab sofort das antisemitische Kinderbuch „Der Giftpilz“, verfasst von Julius Streicher, NSDAP-Mitglied und Herausgeber des Hetzblatts „Der Stürmer“.

Zahlreiche Holocaust-Gedenkorganisationen hatten sich seit Ende der 1990er-Jahre dafür eingesetzt, den Verkauf der Hetzschrift zu stoppen. Amazon verteidigte jedoch das Angebot wiederholt mit dem Verweis auf das Recht auf freie Meinungsäußerung. Außerdem sollten Studenten laut Amazon Hitlers Gedanken anhand der Lektüre besser nachvollziehen können. Der offizielle Grund, warum Amazon nun nachgab, ist nicht bekannt. 

Mehr zum Thema – Von bösen Russen und komischen Judenhassern – ist Hitler-Satire „Jojo Rabbit“ antifaschistisch?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.