Von einer Kirche in Südkorea geht ein neues COVID-19-Cluster aus. Behörden sehen Verbote größerer Menschenansammlungen als gerechtfertigt. Südkorea hebt Einreisebeschränkungen für Ausländer auf. Malaysia empfiehlt die Schließung aller Moscheen im Land.

Südkorea verzeichnete am Montag 74 neue Infektionen mit dem Corona-Virus. Zwischenzeitlich melden die Behörden den Ausbruch eines neuen Clusters in der Nähe der Hauptstadt Seoul. Diesmal traf es 40 Mitglieder einer Kirchengemeinde. Der erste Patient, der am 8. März an einer Kirchenversammlung mit 135 Menschen teilgenommen hatte, wurde am 9. März positiv getestet, gefolgt von einem Ehepaar am Freitag vergangener Woche.

Nur sieben der 135 Personen, die gemeinsam an dem Sonntagsgottesdienst teilgenommen hatten, wurden nach Bestätigung des ersten Falls zu Hause unter Quarantäne gestellt. Die Behörden gehen davon aus, dass aus der Kirchengemeinde ein neues Cluster erwachsen könnte. Tests von 106 der 135 Personen zeigten, dass 40 Personen infiziert waren. Dies ist die zweithöchste Zahl für eine Clusterinfektion in der Umgebung der südkoreanischen Hauptstadt. Der Bürgermeister von Seongnam, Eun Soo-mi, forderte am Montag in einer Notfallbesprechung alle Menschen dazu auf, sich bei entsprechenden Symptomen freiwillig zu melden. Er fügte hinzu:

Wir bitten auch noch einmal aufrichtig darum, dass religiöse Einrichtungen in Seongnam Gruppentreffen und Gottesdienste absagen. Wir hoffen, Sie verstehen, dass dies keine Verfolgung der Religion ist, sondern unvermeidbare Sicherheitsmaßnahmen für die Menschen in unserer Stadt.

Der Präsident Südkoreas Moon Jae-in forderte am Montag eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den lokalen Regierungen in der Hauptstadt sowie den umliegenden Regionen. Er sagte, dass der Erfolg des Kampfes gegen COVID-19 sowohl von den regionalen als auch zentralen Bemühungen abhänge. Gleichzeitig hat Südkorea die Einreisebestimmungen für Ausländer wieder gelockert. Gesundheitsminister Park Neung-hoo sagte am Sonntag:

Angesichts der globalen Pandemie sehen wir es nicht mehr als besonders sinnvoll an, die speziellen Einreiseverfahren auf ein bestimmtes Land anzuwenden.

Währenddessen werden auch andernorts in Asien größere Menschenansammlungen als potenzieller Krankheitsherd für COVID-19 angesehen. Die malaiische Regierung empfiehlt derzeit die Schließung sämtlicher Moscheen im Land. Dies soll für alle Veranstaltungen einschließlich der Freitagsgebete gelten. Bisher sind mehrere Moscheen den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums gefolgt.

Die Maßnahme folgt als Reaktion auf einen sprunghaften Anstieg mit Corona-Virus-Infektionen in Malaysia. Allein am vergangenen Sonntag waren 190 neue Infektionen gemeldet worden – was den bisher schnellsten Anstieg an einem Tag markierte. Der Großteil der neuen Fälle steht im Zusammenhang mit religiösen Massenveranstaltungen zwischen dem 27. Februar und dem 1. März, an denen rund 16.000 Menschen teilnahmen, darunter Staatsangehörige aus Singapur und Brunei.

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