„Frauen machen fast 70 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen aus und setzen sich damit einem höheren Infektionsrisiko aus“, heißt es im OECD-Bericht.

Dabei seien sie gleichzeitig in Führungs- und Entscheidungsprozessen im Gesundheitswesen unterrepräsentiert.

Frauen würden außerdem einen Großteil der Last zu Hause tragen, da Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen würden und es bei der unbezahlten Arbeit seit langem geschlechtsspezifische Ungleichheiten gebe, so die Experten.

Zudem könnten die Frauen in Krisen- und Quarantänezeiten eher unter Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch oder Belästigung leiden, glauben die Autoren der Studie. Die vorherigen Krisen zeugen davon, dass die jetzige Corona-Pandemie wahrscheinlich zu einer Zunahme der häuslichen Gewalt führen werde.

„Trotz der bemerkenswerten Fortschritte, die Frauen im letzten etwa halben Jahrhundert erzielt haben, unterscheidet sich die Position der Frauen auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor stark von der der Männer“, so die Studie.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise befürchten die Experten, dass Frauen anfälliger für den Verlust des Arbeitsplatzes sein würden als Männer. Sehr kurzfristig dürften einige Wirtschaftszweige von den Auswirkungen der Krise stärker betroffen sein als andere. Dazu zählen unter anderem die Tourismusbranche, der Einzelhandel oder das Gastgewerbe, wo im Durchschnitt mehr Frauen als Männer beschäftigt seien.

Coronavirus-Pandemie

Das neue Virus Sars-CoV-2 war erstmals Ende Dezember in China entdeckt worden. Seitdem haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit bereits mehr als eine Million Menschen angesteckt, mehr als 52.000 Menschen sind gestorben.

Am 11. März stufte die WHO die Corona-Ausbreitung als Pandemie ein. In Deutschland wurden laut Angaben des Robert Koch-Instituts (Stand: 3.April, 00:00 Uhr) 79.696 Coronavirus-Fälle bestätigt. Registriert wurden 1017 Todesopfer.

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