Spätestens ab dem 6. April gilt die Mundschutzpflicht in Lebensmittelläden und Drogerien mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern

Während in Deutschland über eine Mundschutzpflicht nur diskutiert wird, verteilen seit heute österreichische Geschäfte Masken. Ernst werden soll es ab dem 6. April: Wer als Kunde keine Maske trägt, darf dann keinen größeren Supermarkt und keine Drogerie mehr betreten.

Seit Mittwoch werden an den Eingängen der Lebensmittelgeschäfte und Drogeriemärkte in Österreich Masken verteilt, mit denen Menschen Mund und Nase verdecken sollen. Selbstgenähte Varianten oder ein Schutz mit Schal über Mund und Nase werden ebenfalls akzeptiert. Offen ist aber, wie lange die ersten Vorräte an Masken ausreichen werden.

Der Aufruf, grundsätzlich genug Abstand zu anderen zu halten, gilt auch weiterhin. Handelsketten müssen für ihre Filialen daher künftig auch ein Limit festlegen, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Geschäft aufhalten.

Symbolbild

Österreichs Regierung hatte am Montag angekündigt, dass spätestens ab dem 6. April eine Mundschutzpflicht in Geschäften mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern gilt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte auf eine große Umstellung eingeschworen, weil das Tragen von Masken in Österreich wie auch in Deutschland nicht zum Alltag gehört. Das Ziel sei dabei nicht der hundertprozentige Schutz, sondern grundsätzlich die Verringerung von Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft gewirbelt werden.

„Es ist eine zusätzliche, verschärfte Maßnahme, um sicherzustellen, dass wir die Ausbreitung stärker noch reduzieren können“, sagte Kurz am Montag. Er sei sich vollkommen bewusst, dass Masken „für unsere Kultur etwas Fremdes sind“. Er deutete aber bereits mehrfach an, dass Schutzmasken in der künftigen Anti-Corona-Strategie der österreichischen Regierung eine bedeutende Rolle spielen könnten – vor allem, wenn später wieder mehr Geschäfte öffnen dürfen.

Experten bezweifeln allerdings den Nutzen dieser Maßnahme, weil sie unter anderem dazu verleiten könnte, nicht genug Abstand zu anderen Menschen zu halten. Die Weltgesundheitsorganisation bezweifelt den Nutzen der allgemeinen Maskenpflicht ebenso. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf. Am Dienstag erklärte er zudem, dass in den meisten Teilen der Welt die Ansteckungen inzwischen eher im Wohnumfeld statt auf der Straße vorkommen. Die Organisation empfiehlt die Masken eher denjenigen, die husten und niesen oder mit COVID-19-Verdachtsfällen Kontakt hatten. 

Einige Internetnutzer machten außerdem darauf aufmerksam, dass in Österreich gleichzeitig Maskenpflicht und Vermummungsverbot gelten: 

Mehr zum Thema – Corona-Epidemie: Erste Mundschutzpflicht in Deutschland (Video)

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