Der Weltraumdienstleister „International Launch Services“ (ILS) hat nach eigenen Angaben vom amerikanischen Außenministerium die Genehmigung erhalten, Startdienste mit der Trägerrakete „Sojus“ in den USA zu vermarkten.

Die ILS ist ein Ableger des in Moskau angesiedelten Konzerns „Chrunitschew-Center“. Der Raketenbauer stellt unter anderem die Trägerraketen „Proton“ und „Angara“ her, die ebenfalls zur Beförderung von Weltraumfracht in den USA angeboten werden. In der Unternehmensmitteilung heißt es, die ILS könne in den USA nun auch Touristenflüge in den Weltraum anbieten. Diese würden mit dem Raumschiff „Sojus“ erfolgen.

Für den Politologen und Wirtschaftsberater Dmitri Schurawlew vom Institut für regionale Studien hat diese Genehmigung zwei Aspekte.

Erstens: „Nach dem Shuttle-Programm haben die Vereinigten Staaten in Bezug auf Raketenstarts nicht sonderlich viele Erfolge vorzuweisen. Sie brauchen die russischen Sojus-Raketen. Das sagt uns vor allem, dass die russischen Trägerraketen technisch ohne Zweifel top sind. Offensichtlich lässt Russland die USA bei bemannter Luftfahrt hinter sich.“

Auf der anderen Seite: „Die Genehmigung ist für Russland eine gute Grundlage, um die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten zu entwickeln. Die Amerikaner verfahren zwar gern nach dem Grundsatz ‚Ihr gebt uns alles, wir geben euch vielleicht auch etwas‘. Aber damit geschickt umzugehen, ist letztlich eine Aufgabe der Manager von den russischen Konzernen. Ich bin mir sicher, die schaffen das.“

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