Die saudischen Öllieferungen  und beispiellose Preisnachlässe dazu würden den europäischen Ölmarkt in den wichtigsten Austragungsort der Preisschlacht zwischen Riad und Moskau verwandeln.

„Saudi-Arabien bietet Lieferungen seines Flaggschiffs ‚Arab Light‘ nach Rotterdam zu einem Preis von etwa 25 US-Dollar pro Barrel an. Dies ist ein enormer Rabatt gegenüber dem Preis für russisches ‚Ural‘“, so Bloomberg.

Europäische Raffinerien wie Royal Dutch Shell Plc, BP Plc, Total SA, OMV AG, Repsol SA und Cepsa SA hätten alle Rohölzuteilungen vom staatseigenen Saudi Aramco erhalten, die deutlich über ihren normalen Werten liegen, so die Quellen.

 „Die Bandbreite der Volumen an zusätzlichen Lieferungen lag je nach Unternehmen zwischen 25 und 200 Prozent“,  schreibt Bloomberg.

Aramco soll die Zunahme der Lieferungen an europäische Ölunternehmen bestätigt haben.

Darüber hinaus gab das saudische Staatsunternehmen bekannt, dass es vom Energieministerium des Landes die Anweisung erhalten habe, die Produktionskapazität auf 13 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen.

Ölpreis auf Talfahrt

Am Montag waren die Ölpreise auf das Tief der letzten 30 Jahre gesunken. Nach gescheiterten Verhandlungen der führenden Förderstaaten über eine Drosselung der Ölproduktion befürchten Investoren einen Preiskrieg. Zudem belastet die Corona-Krise immer mehr. Die internationalen Börsen brachen am Montag ein.

Nach einem der stärksten Einbrüche in der Geschichte des Ölmarktes zum Wochenauftakt hat sich die Lage zwischenzeitlich etwas beruhigt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet am Donnerstagnachmittag 33,57 Dollar. 

Verhandlungen der Opec+ gescheitert

Am vergangenen Freitag waren die Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den in der Opec+ vereinten Förderländern wie Russland gescheitert. Das Opec-Abkommen zur Drosselung der Ölförderung gilt seit Anfang 2017. Seitdem wurde es mehrmals verlängert und seine Bedingungen wurden geändert. Bis Ende 2019 sah das Abkommen eine tägliche Förderkürzung von 1,2 Millionen Barrel im Vergleich zum Oktober 2018 vor. Im ersten Quartal 2020 reduzierte das Kartell die Förderung um 1,7 Millionen Barrel. 

Am vergangenen Freitag konnten sich die Verhandlungspartner auf keine zusätzliche Förderkürzung einigen. Hintergrund war ein Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland über die künftige Fördermenge: Russland wollte bei den aktuellen Fördermengen bleiben.

sm/gs

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