Wegen dem Corona-Virus gesperrtes Sportfeld in Bayreuth (Bild vom 2. April).

Deutschland befindet sich in der vierten Woche mit Ausgangsbeschränkungen. Wohl dem, der bei diesem Wetter einen Garten hat. Anders sieht es schon bei Menschen aus, die alleine leben – oder zu fünft auf 60 Quadratmetern in der Stadt.

Der Psychiater und Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz war 28 Jahre lang Chefarzt der Psychotherapeutischen und Psychosomatischen Klinik im Evangelischen Diakoniewerk Halle. Gegenüber RT Deutsch versucht er, die gegenwärtige lange Phase gänzlich ohne oder mit zu wenigen sozialen Kontakten einzuordnen. Durch die verantwortlichen Politiker sind zum Teil erhebliche Einschnitte in das Leben jedes einzelnen Menschen vorgenommen worden. Dies wurde laut Maaz zu Beginn der Maßnahmen noch überwiegend akzeptiert. Je länger diese Beschränkungen aber andauern, desto größer sei die Gefahr, dass die Stimmung kippen wird. Zweifelsfrei sei die Lage ernst, dennoch rät der Psychiater Politikern und Journalisten in den Medien aufzuhören, weiter Panik zu schüren. So seien die Menschen derzeit einer permanenten Stresssituation ausgesetzt, die wiederum das Immunsystem zusätzlich schwächt und ihre Gesundheit angreifbar macht. Besonders wichtig erscheint es Hans-Joachim Maaz, dass in dieser besonderen Situation jeder gehört wird. Ansonsten werde eine gewisse Spaltung zwischen unterschiedlichen Lagern nur weiter verstärkt.

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