Pro-demokratische Demonstranten protestieren am 26. Oktober 2020 vor der deutschen Botschaft in Bangkok, Thailand.

Der thailändische König Maha Vajiralongkorn verbringt viel Zeit in Bayern. Nun wird geprüft, ob er seine Amtsgeschäfte von fremdem Boden aus verrichtet. Für den Fall, dass die Vermutungen stimmen, kündigte Außenminister Maas Konsequenzen an.

Der thailändische König Rama X. verbringt einen großen Teil seiner Zeit in Bayern, besitzt eine Villa in Tutzing am Starnberger See und hielt sich auch während des Corona-Lockdowns im Frühjahr trotz Beherbergungsverbots zeitweise in einem Luxus-Hotel in Garmisch-Partenkirchen auf. Die Hauptfrage über seine Aufenthalte ist, ob der König von Deutschland aus seinen Amtsgeschäften nachgeht oder nicht.

Mehr als 1.000 Demonstranten marschierten am Montag zur deutschen Botschaft in Bangkok, um einen Brief an deutsche Diplomaten zu überreichen. Es müsse untersucht werden, ob der Monarch Politik, die das Land Thailand betreffe, von Deutschland aus betreibe, hieß es in einer Erklärung, die Aktivisten vor der Botschaft in Bangkok verlasen. 

Falls bei den Aufenthalten des Königs in Bayern rechtswidriges Verhalten festgestellt werde, drohte ihm Bundesaußenminister Heiko Maas mit Konsequenzen. „Natürlich habe ich auch das Treiben des thailändischen Königs in Deutschland im Blick“, sagte der Politiker am Montag in Berlin. Dieses „Treiben“ werde „dauerhaft“ überprüft. Maas betonte:

Und wenn es dort Dinge gibt, die wir als rechtswidrig empfinden, dann wird das sofortige Konsequenzen haben.

Maas hatte bereits Anfang Oktober im Bundestag klargemacht, dass er es nicht dulden wolle, wenn der König sein Land von Deutschland aus regiert. Er sagte damals: 

Wir haben deutlich gemacht, dass Politik, die das Land Thailand betrifft, nicht von deutschem Boden auszugehen hat. Wenn es Gäste in unserem Land gibt, die von unserem Land aus ihre Staatsgeschäfte betreiben, dem würden wir immer deutlich entgegenwirken wollen.

In Thailand gibt es seit Monaten regierungskritische Proteste. Die Demonstranten fordern vor allem den Rücktritt des Ministerpräsidenten Prayut Chan-o-cha, eine Neuwahl und umfassende Reformen. Gleichzeitig stellt die Bewegung erstmals die Rolle der Monarchie infrage. Das Thema war lange tabu. Die Kritik richtet sich vor allem gegen ein strenges Gesetz, das lange Haftstrafen für Majestätsbeleidigung vorsieht. Erst am Sonntag waren in Bangkok Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Der Regierungschef betonte jedoch erneut, er werde im Amt bleiben.

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