Das ist der Ur-Ur-Urgestein von allem Schnellen, Ungezügelten und Kühnen, was in der UdSSR fuhr. Die sowjetische Rennsportgeschichte beginnt mit dem…

GL-1

Der sowjetische Rennwagen GL-1 in der Ausstellung

Nicht, dass dieses Vehikel der allererste Rennwagen in der Sowjetunion war – aber definitiv der erste, der in einem Autowerk entstand, statt in einer Garage. 1938 hatten die Fahrzeugbauer in der Sowjetunion keine allzu große Auswahl an Material. Also nahmen sie den Rahmen eines GAZ-M1, schraubten darauf eine nach damaligen Verhältnissen futuristische Karosserie mit zwei Sitzen und frisierten den Standardmotor. Dieser leistete danach statt der standardmäßigen 50 ganze 60 Pferdestärken. Weil das Eigengewicht des M1 ordentlich reduziert wurde, beschleunigte der GL-1 mit dem frisierten Motor auf 143 – später sogar auf 147 Stundenkilometer Spitze.

Pobeda-Sport

Ein regelrechter Boom im Motorsport setzte in der Nachkriegs-UdSSR ein. Ein Pionier auf diesem Weg war der Pobeda-Sport – oder: GAZ SG-1. Auf dem ungelenken Pobeda, dem Mittelklassewagen der Nachkriegszeit, wurde eine Turbine als Antrieb montiert. Das Ergebnis: Knappe 200 km/h aus 105 PS.

ZIS-112

Das ausladende und dennoch elegante Sportcoupé war vom amerikanischen Buick LeSabre inspiriert worden. Knappe sechs Meter Länge und 196 statt der standardmäßigen 162 PS – der Riese beschleunigte auf 200 km/h Spitze. Sowjetunionsweiter Rekord! Einmalig ist der Solo-Scheinwerfer inmitten des Kühlergrills.

Estonija

Estonija-Formelautos

1958 entsteht in der UdSSR dieser kleinkalibrige Rennwagen. Aus dem Prototyp wird eine ganze Reihe von Rennautos entwickelt, die in Kleinserie bis die Neunzigerjahre in Tallinn gebaut werden – daher der Name: „Estonija“ heißt Estland. Als Antrieb dienten anfangs Zweitakter vom Motorrad, dann der Trabi-Motor aus der DDR und schließlich die 1,4- und 1,6-Liter-Viertakter vom Lada. Aus dem letzteren holten die Ingenieure ganze 165 PS.

ZIL-112S

Dieser Roadster ist in vielerlei Hinsicht einsame Spitze. Erstens erreichte er 1961 eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Zweitens war er das erste Auto im sowjetischen Fahrzeugbau mit einer Plastikkarosserie und einem abnehmbaren Lenkrad, wie ein echter Bolid. Und das Dritte: Er fuhr mit riesigen Motoren. Erst ein Sechs-Liter-V8 mit 240 PS, dann ein Sieben-Liter-Benziner mit 300 PS. Die Ingenieure wollten den Zweisitzer damit auf 270 Stundenkilometer peitschen, aber im echten Renneinsatz waren nicht mehr als 230 km/h drin: die groben sowjetischen Reifen rieben zu stark am Boden.

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